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Wirtschaft Streit um Hilfe für Landwirte
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09:00 31.07.2018
Von Ulrich Metschies
Staubige Angelegenheit: Die Getreideernte 2018 fällt miserabel aus. Quelle: Julian Stratenschulte
Kiel

Es ist ein Termin, auf den auch die rund 12.000 Betriebsinhaber in Schleswig-Holstein mit Nervosität und Spannung blicken: Am heutigen Dienstag treffen sich Agrarexperten von Bund und Ländern in Berlin, um eine vorläufige Bestandsaufnahme zu erstellen: Wie hoch ist der Schaden durch die anhaltende Dürre für die Landwirtschaft? Rechtfertigt die Dramatik der Lage eine staatliche Krisenhilfe?

Selbst ergiebiger Regen kann die Ernte nicht mehr retten

Aus Sicht des Bauernverbandes ist eine exakte Schadensermittlung jedoch reine Zeitverschwendung – eine, die die Existenz vor allem kleiner Betriebe aufs Spiel setzt: „Es ist schon jetzt klar, dass viele Höfe auf einen Liquiditätsengpass zusteuern“, sagt Stephan Gersteuer, Generalsekretär des Bauernverbandes Schleswig-Holstein.

Jetzt, nach Monaten einer fast beispiellosen Trockenheit noch herumzurechnen und die Lage zu analysieren, sei „Unfug“: „Wir wissen doch, was da auf den Feldern steht.“ Selbst schneller und reichhaltiger Regen könne nun nichts mehr ändern an Ernteeinbußen von 30 bis 50 Prozent: „Nach dem schon schlechten Vorjahr geraten viele Betriebe an den Rand der Existenzfähigkeit.“

Zahleiche Höfe seien durch den Preisverfall in vielen Bereichen ohnehin schon tief in die roten Zahlen gerutscht. Und die Zeiten, in denen ein abgeschotteter EU-Markt den Erzeugern nach schlechten Ernten Preiserhöhungen etwa für Getreide ermöglicht habe, seien schon lange vorbei: „Der Weltmarkt gibt die Entwicklung vor.“

Bauernverband fordert eine Milliarde als Ausgleich

Und so stellt sich Gersteuer voll hinter die Forderung von Joachim Rukwied. Gestern nannte der Bundes-Bauernpräsident erstmals eine konkrete Summe für staatliche Finanzhilfen: „Eine Milliarde Euro wäre wünschenswert, um die Ausfälle auszugleichen.“ Betriebe, deren Erträge um mehr als 30 Prozent unter dem Schnitt der letzten Jahre liegen, müssten direkte Hilfen erhalten.

Auch der scheidende und bei den schleswig-holsteinischen Landwirten in tiefe Ungnade gefallene Agrarminister Robert Habeck (Grüne) spricht von gravierenden Schäden.

Ob und in welchem Umfang Erlösausfälle und Kostensteigerungen vom Staat abgefedert werden könnten, müsse sich allerdings noch zeigen: „Ob die nationalen Möglichkeiten für Hilfen genutzt werden können, kann man erst im Lichte der Erntemengen und erzielten Erlösen, etwa für Getreide entscheiden, wenn die Ernte tatsächlich abgeschlossen ist.“

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