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08:27 13.06.2017
Von Martin Geist
Ein Elektroauto lädt an einer Ladesäule. Quelle: Patrick Pleul
Schwentinental

Nissen ist seit 23 Jahren Bürgermeister der 240-Einwohner-Gemeinde Sprakebüll ganz im Norden Nordfrieslands, Andresen und seine Familie wurden mit Biogas, Windkraft, Photovoltaik und Landwirtschaft zum größten Arbeitgeber des Dorfes und beschäftigen 35 Mitarbeiter.„Wir sind wirtschaftlich sehr gut situiert“, betonte Nissen, der das maßgeblich auf die starke Stellung der alternativen Energieerzeugung zurückführt.

Unter anderen produzieren zwei Bürgerwindparks mit 140 Beteiligten und 20 Megawatt Nennleistung mächtig Strom. So viel, dass das immer noch löchrige Leitungsnetz die Aufnahme mitunter verweigern muss und zuletzt 60 Prozent der Windenergie aus Sprakebüll nutzlos verpuffte.

Das ärgerte einige Sprakebüller so sehr, dass sie ein Modell zur Förderung der Elektromobilität austüftelten. Wer zu einem Bürgerwindpark gehört, erhält aus dessen Erträgen monatlich 100 Euro oder einmalig 4000 Euro Zuschuss, wenn er sich ein E-Auto least beziehungsweise kauft. 15 Elektrische kamen seither zu den 20 Vorhandenen hinzu, Sprakebüll dürfte damit in ganz Deutschland die Gemeinde sein, die im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten E-Autos besitzt.

Locker lassen die Nordfriesen deshalb noch lange nicht. Die neueste Errungenschaft ist ein „Dörpsmobil“, Carsharing auf Nordfriesisch. Selbstredend elektrisch.

Nissen und Christian Andresen sprachen beim 21. Symposium zur Energiewirtschaft, das die Fachhochschule Kiel und die Energie-Systeme-Nord GmbH am Firmen-Sitz in Schwentinental ausrichteten.

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