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08:00 03.09.2016
Von Gunda Meyer
Marco Bauschke war schon bei den Worldskills in Brasilien. Quelle: ZDB/ Küttner
Neumünster

Drelsdorf/Harsum. Die Maurer werden von Jannes Wulfes aus Harsum (Niedersachsen) vertreten. Der 19-jährige Geselle zeigt gemeinsam mit dem schleswig-holsteinischen Ersatzkandidaten Marco Bauschke aus Drelsdorf (Kreis Nordfriesland) sein Können in Neumünster. „Trainiert werden Genauigkeit und Schnelligkeit beim Zeichnen, aber auch beim Mauern“, erzählen die beiden.

 Wulfes hat für die Euroskills eine Übungsaufgabe bekommen, die er in direkter Vorbereitung auf den Wettbewerb in Neumünster anfertigen wird und auch in leicht abgeänderter Form in Göteborg umsetzen muss. Das anzufertigende Stück hat immer einen besonderen Bezug zum Austragungsort und stellt in diesem Fall ein Gebäude in Göteborg mit Spitzbögen dar.

 Marco Bauschke wird in Neumünster das Messe-Logo sowie die Ziffern 61 und 16 für die Zahl der NordBau-Veranstaltungen und das Jahr mauern. Bogen-Formen liegen ihm besonders, „schwierig wird’s bei kleinen Teilen, die können schnell wegkippen“, sagt der 22-Jährige.

 Große Menschenmengen, die ihm bei der Arbeit auf die Finger schauen, kennt Bauschke bereits von den Worldskills in Sao Paulo, an denen er 2015 teilgenommen hat. „Da war ich zunächst auch Ersatzkandidat“, erzählt der Maurermeister. Als der Erstplatzierte absprang, kam seine große Stunde. Er musste ein Fußballtrikot von Pelé mit der Nummer 10 mauern, eine Wand, aus der ein Fußball heraus ragt, und ein Speed-Modell, bei dem gegen die Zeit gemauert wurde. Er kam zwar nicht unter die Top drei, bekam aber eine Medaillon for Excellence für die besondere Qualität seiner Arbeit.

 Bei den Euroskills muss er Jannes Wulfes den Vortritt lassen, der schon ganz schön aufgeregt ist: „Das wird sicher eine tolle Erfahrung und ist eine gute Referenz für meine weitere berufliche Laufbahn“.

 Aber warum die NordBau als Trainingscamp? Zur Gewöhnung an die Geräuschkulisse vieler Zuschauer sei die Messe laut ZDB-Sprecherin ein idealer Ort. Außerdem möchte der ZDB einer breiten Öffentlichkeit das hohe Leistungsniveau junger Handwerker präsentieren.

 Trainiert werden die beiden jungen Männer von Kai-Uwe Holtschmidt, Leiter der Ausbildungsstätte der Bauinnung München, der auch in Schweden als Chefexperte in der internationalen Jury sitzen wird. Sein Co-Trainer ist Sebastian Wichern (24). Der Maurermeister aus Deinstedt (Niedersachsen) war selbst WM- und EM-Teilnehmer in den Jahren 2012 und 2013.

 „Die besten Maurer kommen meistens aus Norddeutschland“, erklärt Wichern. Der Grund dafür sei, dass es in Süddeutschland kaum reine Klinker-Fassaden gäbe, sondern diese immer noch verputzt würden. „Da kommt es auf Millimeterarbeit nicht ganz so stark an“. Genau das ist aber einer der wesentlichen Punkte, auf den die Jury achtet. „Die Teilnehmer liegen alle ganz dicht beieinander, da kann jeder Millimeter entscheiden.“

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