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Wirtschaft Berger weist Vorwürfe zurück
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13:13 29.07.2013
Der frühere Vorstandschef der HSH Nordbank, Hans Berger, berät sich mit seinem Anwalt Otmar Kury (r) vor dem Landgericht in Hamburg. Quelle: dpa
Hamburg

Da es bereits zwei rechtsverbindliche Unterschriften von zwei Vorstandsmitgliedern unter der Vorstandsvorlage gegeben habe, habe er seine hinzugesetzte als „Kenntnisnahme“ bewertet. „Ansonsten wäre ein Eilbeschluss wirkungslos. So sehe ich das noch heute“, sagte Berger. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

Der Ex-Vorstandschef ist einer von sechs mitangeklagten Vorstandsmitgliedern, die sich wegen Untreue in einem besonders schweren Fall verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, sie hätten die Chancen und Risiken in dem komplexen „Omega“-Geschäft nicht sorgfältig abgewogen und damit anvertrautes Vermögen veruntreut. Zwei der Angeklagten wird zudem Bilanzfälschung vorgeworfen. Eine Besetzungsrüge des Gerichts durch die Verteidiger sowie ein Fragenkatalog zur möglichen Befangenheit der Richter wurden von der Strafkammer zurückgewiesen.

Das für das Investmentmanagement zuständige frühere HSH-Vorstandsmitglied Jochen Friedrich hält seine Entlassung im Dezember 2009 nach wie vor für „nicht nachvollziehbar und akzeptabel“. Er habe vor dem „Omega“-Kreditantrag alle Informationen gehabt, um eine richtige und verantwortliche Entscheidung zu treffen, sagte Friedrich. Er sprach von einer „empörenden Anklageschrift“. Auch der Ex-Finanzvorstand und spätere HSH-Chef, Dirk Jens Nonnenmacher, äußerte sich erstmals — zu seiner Person. Er ging im wesentlichen auf seinen beruflichen Werdegang ein und hob hervor, dass er als HSH-Finanzchef nicht für das Risiko-Controlling zuständig gewesen sei. In Kreditvorgänge sei er nur einzubinden gewesen.

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Der HSH-Nordbank-Prozess wird fortgesetzt. Von den Angeklagten hat bisher nur der frühere Vorstandsvorsitzende Berger eine Erklärung zur Sache angekündigt. Ob es dazu am zweiten Verhandlungstag kommen wird, hängt vom Prozessverlauf ab.

29.07.2013

Es hat schon unterhaltsamere Prozesse gegeben als jenen, der am Mittwoch in Saal 300 des Hamburger Strafjustizgebäudes begann. Wer das Wirtschaftsverfahren rund um das hochkomplizierte Überkreuzgeschäft namens „Omega 55“ verfolgen und verstehen will, sollte besser ein finanzwissenschaftliches Studium mitbringen. Einzigartig ist der Prozess allemal.

Christian Longardt 25.07.2013

Erstmals muss sich ein kompletter Bankenvorstand wegen Folgen in der Finanzkrise vor Gericht verantworten - der Prozess gegen sechs frühere Topmanager der HSH Nordbank hat unter großem Medienandrang in Hamburg begonnen.

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