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Wirtschaft Experte bezweifelt Atom-Hintergrund
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14:03 13.05.2015
Die Kieler Werft baut U-Boote für Israel. Quelle: Frank Behling
Kiel

Der Sicherheitsexperte Prof. Joachim Krause widerspricht Auffassungen, wonach Israel in Kiel U-Boote für nuklear-strategische Aufgaben bauen lasse. Aus Krauses Sicht ist es zwar technisch vorstellbar, die U-Boote der „Dolphin“-Klasse als Trägersystem für nuklear bestückte Marschflugkörper zu nutzen. Es sprächen aber gewichtige strategische Gründe dagegen, schreibt der Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel in einer Analyse.

Die Werft TKMS baut in Kiel seit Jahren U-Boote für Israel. Das fünfte von sechs soll in diesem Jahr ausgeliefert werden. Am Mittwoch kam Israels Staatspräsident Reuven Rivlin, um die Werft zu besuchen.

Die Fähigkeit Israels zu einer massiven nuklearen Vergeltung gegen einen Atomangriff des Iran wäre auf andere Weise viel verlässlicher herzustellen als mit den U-Booten, schreibt Krause. Dies scheine Israel mit „Jericho III“-Raketen auch zu verfolgen. Den Aufwand, den das Land mit einer Umrüstung der U-Boote aufwenden müsste, könnte der Iran sehr schnell mit einer Verbesserung seiner Luftabwehr entwerten. „Zudem gibt es keine belastbaren Hinweise auf die Existenz eines israelischen Marschflugkörpers.“

Die U-Boote aus Kiel helfen Israel aus Sicht Krauses vielmehr dabei, maritime Sicherheitsprobleme zu bewältigen. Das gelte besonders, seitdem Hisbollah und Hamas Küstenregionen in der Nähe Israels kontrollierten und dort Raketen kurzer Reichweite aufstellen könnten. Außerdem habe die Hisbollah Flugkörper, mit denen sie Überwasserschiffe angreifen könne.

„U-Boote bilden daher für Israel ein wichtiges Instrument zur Kontrolle des Seeraums im östlichen Mittelmeer, zur Unterbindung von Waffenlieferungen über See sowie zur Aufklärung und Bekämpfung von Hisbollah und Hamas“, schreibt Krause. „Dass diese U-Boote quasi im Nebenjob noch als nuklear-strategische Angriffskräfte gegen eine mögliche iranische Kernwaffenbedrohung dienen sollen, dürfte ziemlich unwahrscheinlich sein.“

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