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Wirtschaft Handwerker schreiben sich feierlich ein
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21:08 28.09.2018
Feier für die Lehrlinge des Handwerks: Die Auszubildenden schreiben sich für ihren jeweiligen Lehrberuf ein. Quelle: Juliane Häckermann
Kiel

Mehr als 1000 Gäste waren in den Konzertsaal des Kieler Schlosses gekommen, darunter Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Durch den Abend führten die angehende Tischlerin Hannah Polte und Radiomoderator Carsten Kock. Feierlich begrüßt wurden die rund 350 neuen Azubis vom stellvertretenden Kreishandwerksmeister Helge Jensen: Zu seiner Ausbildungszeit habe es so eine feierliche Zeremonie jedenfalls nicht gegeben, erzählte Jensen. Vor nunmehr vier Jahren hat die Kreishandwerkerschaft Kiel die alte Tradition der Einschreibung wieder aufleben lassen.

Lieber praktisch arbeiten

Der auszubildende Metallbauer im Bereich Konstruktionstechnik, Han-Nuri Weiß, wollte einfach etwas praktischer arbeiten, sagt er. Der 21-Jährige hatte ein Studium als Holzingenieur angefangen, dann aber festgestellt, dass er lieber anpackt, als über Theorien zu brüten. Weiß entschied sich deshalb, eine Ausbildung als Metallbauer bei der Schlosser Vormelcher GmbH zu beginnen. Noch sucht er nach einer Wohnung in Kiel. Im Moment pendelt er jeden Tag von Eutin zur Arbeit, das kann schon mal über eineinhalb Stunden dauern.

Handwerkliche Berufe müssten endlich in ein besseres Licht gerückt werden, sagt der angehende Zimmermann Sam Bleike. Der 20-Jährige stellt fest: „Leider haben nicht mehr so viele Lust auf eine Ausbildung in diesem Bereich.“

Überall ist zu lesen, dass Auszubildende im Handwerk händeringend gesucht werden. Für die Kieler-Stadträtin Renate Treutel gibt es mindestens zwei Gründe, warum sie mit viel Selbstbewusstsein in die Betriebe gehen können: Erstens würden sie an allen Ecken und Ende und Enden gebraucht. Zweitens seien viele Lehrlinge im Umgang mit digitalen Medien versierter als ihre Ausbilder.

 

Handwerker werden gebraucht

Tomasz Stawiarski hat im September eine Ausbildung als Straßenbauer angefangen. Stawiarski ist froh, am Ende seines Arbeitstages zu sehen, was er geleistet hat. Der 17-Jährige freut sich schon darauf, mit seiner Familie durch Kiel zu fahren und zu erzählen, welche Straßen er mit seinen Kollegen gebaut hat. Für Stapelfeldt ist klar: Schleswig-Holstein wäre ohne Handwerker nie zu dem Bundesland geworden, das es heute ist. „Unsere heutige Infrastruktur hätte jedenfalls ohne das Handwerk nie entstehen können.“ Überhaupt sei eine Welt ohne Handwerker nicht vorstellbar: „Menschen, die anpacken, werden immer gebraucht.“

Von Lukas Erbrich

Von KN-online

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