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Wirtschaft GfK: Hohe Kauflust trotz zunehmender Konjunktursorgen
Nachrichten Wirtschaft GfK: Hohe Kauflust trotz zunehmender Konjunktursorgen
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11:05 28.08.2012
Der Konsumklimaindex gibt Auskunft über die Stimmung bei den Verbrauchern. Quelle: Marc Müller/Archiv

Zugleich wird in Deutschland aber wesentlich weniger Geld auf die hohe Kante gelegt. Als Gründe nannte GfK-Marktforscher Rolf Bürkl in einem dpa-Gespräch die schwelende Eurokrise und die derzeit geringen Zinsen für Spareinlagen.

Bürkl zufolge ist die Sparneigung der Verbraucher inzwischen auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Sie habe "sogar das Niveau während der Pleite der US-Bank Lehman Brothers unterschritten", betonte er. Die Zinsen würden derzeit "ja nicht einmal mehr die Inflationsrate ausgleichen", fügte er hinzu.

Dies bedeute aber nicht, dass die Bundesbürger ihr bisher auf Spar- und Tagesgeldkonten geparktes Geld abheben, um es in den Konsum zu stecken. "Hier findet vielmehr eine Umschichtung statt: Statt ihr Geld in klassischer Weise zu sparen, stecken sie es immer häufiger in Immobilien, Gold, wertvollen Schmuck oder auch Aktien. "In gewisser Weise findet bei der Geldanlage eine Umschichtung statt", erläuterte der Marktforscher.

Recht pessimistisch blicken die Verbraucher auch in die nahe Zukunft. Zum dritten Mal in Folge gingen die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung zurück - nur eine Minderheit rechnete allerdings mit Verschlechterungen beim eigenen Einkommen. Für die GfK liegt der Grund dafür in den zuletzt hohen Tarifabschlüssen und im stabilen Arbeitsmarkt. Allerdings werde das teure Benzin wohl die Inflation anheizen, was wiederum die Kaufkraft belaste. Für die GfK ist der private Konsum damit auch im August eine wichtige Stütze der Konjunktur gewesen. Der Gesamtindikator liegt mit 5,9 Punkten unverändert auf dem August-Wert und damit sogar noch über dem Vorjahresstand von 5,3 Zählern.

Wie die Verbraucher blicken auch die Unternehmen skeptischer in die Zukunft. Dem bereits am Montag veröffentlichten ifo-Index zufolge sanken die Erwartungen zum vierten Mal in Folge - auch für die wichtigen Exporte. Dennoch warnten die Forscher vor Panik. Von einer bevorstehenden Rezession könne in Deutschland nach wie vor keine Rede sein. Das Niveau der Wirtschaftsstimmung sei nach wie vor relativ hoch.

Ähnlich sieht es auch VP-Bank-Experte Bernd Hartmann. Das Konsumklima sorge vorerst nicht für Unbehagen, kommentierte er am Dienstag den GfK-Monatsbericht. Allerdings sei man in der Lösung der EU-Schuldenkrise kaum vorwärts gekommen. Hartmann rechnete damit, dass die Zurückhaltung der Konsumenten in den kommenden Monaten weiter zunehmen werde.

dpa

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