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Wirtschaft Große Sorge um Stellenabbau in Kiel
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08:23 29.08.2012
Von Jörn Genoux
Rheinmetall will am Standort Kiel 320 Stellen streichen. Quelle: Eisenkrätzer

„Die Pläne zum Stellenabbau bei Rheinmetall sind ein schwerer Schlag für den Standort Kiel. Es ist erneut der Verlust von Industriearbeitsplätzen zu befürchten, ohne dass die Gründe dafür in Kiel zu suchen wären“, sagte Bürgermeister Peter Todeskino auf Anfrage. Die Entwicklung erhöhe den Druck auf die Landeshauptstadt, noch schneller Fortschritte „auf dem Weg zur kreativen und innovativen Stadt zu machen“. Jetzt gelte es, das Lagepotenzial noch mehr auszuschöpfen und das Zusammenspiel von Wirtschaft und Wissenschaft zu vertiefen, damit noch mehr zukunftsfeste Arbeitsplätze entstünden.

Ähnlich äußerte sich der Bundestagsabgeordnete und Kieler Unternehmen (Zöllner Signal GmbH) Philipp Murmann (CDU). Jetzt müsse man sich „noch mehr bemühen, kleine und mittelständische Unternehmen zu halten und zu stärken“, denn die seien in der Region verwurzelt. Für die betroffenen Mitarbeiter sieht Murmann auch Chancen. Hoch qualifizierte Beschäftigte wie die Ingenieure und Techniker von RLS würden von anderen Unternehmen händeringend gesucht.

„Die Pläne des Unternehmens lösen auch bei den Mitgliedern des Verteidigungsausschusses große Sorgen aus“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels (Kiel). Nächste Woche wolle er sich vom Betriebsrat und der Geschäftsführung die Details erläutern lassen. Um Termine im Suchsdorfer Werk hat sich auch sein FDP-Kollege Sebastian Blumenthal sofort bemüht. Er wolle sich zunächst die Situation schildern lassen und anschließend die Rheinmetall-Pläne bewerten, sei aber „in tiefer Sorge wegen der möglichen weiteren Auswirkungen auf die Region Kiel“.

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