Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Wirtschaft Heinold verteidigt Berater-Millionen
Nachrichten Wirtschaft Heinold verteidigt Berater-Millionen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 08.03.2019
Von Anne Holbach
Die Investition in die Berater sei notwendig gewesen, um das Landesvermögen so gut wie möglich zu schonen, sagte Monika Heinold. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Etwa 72 Millionen Euro entfielen auf Hamburg, die Bank trug 168 Millionen Euro. "Zum ersten Mal wurde in Deutschland eine Landesbank an Private verkauft, und ich bin froh, dass dieser Prozess gelungen ist. Dazu brauchte es die Expertise Dritter", sagte Heinold. Es seien zwar viele Millionen ausgegeben worden, diese hätten aber dazu beigetragen, die vielen Milliarden an Schaden des Landes so gering wie möglich zu halten. Die AfD hatte eine mündliche Berichterstattung zu den Beraterzahlungen im Zuge des Verkaufs gefordert.

Nobis kommen Beträge zu hoch vor

Dass die Landesregierung bei der Privatisierung der HSH Nordbank an ihrer Seite Fachleute benötigte, stellte AfD-Fraktionschef Jörg Nobis gestern grundsätzlich nicht infrage. Er zweifelte aber daran, dass so viel Beratung nötig war, dass Honorarkosten von über 300 Millionen Euro angefallen seien.

"Angesichts eines Verkaufserlöses von einer Milliarde Euro, der am Ende für die HSH Nordbank realisiert wurde, eine mehr als stattliche Summe", so Nobis. Die Aufschlüsselung der Kosten liefere darauf keine Antwort. Die Jamaika-Koalition habe ihre Chance zu mehr Transparenz vertan.

Jamaika-Koalition hält Kosten für angemessen

"Wir sind uns alle einig, dass die nunmehr erfolgte Privatisierung den Vermögensverlust für das Land begrenzen konnte", sagte Annabell Krämer (FDP). "Auch die Beraterkosten ändern nichts an diesem Urteil angesichts der noch viel höheren Verluste, die gedroht haben."

Die Ausgangslage beim HSH-Verkauf sei sehr schwierig gewesen, betonte Ole-Christopher Plambeck von der CDU. "Aus diesem Grund war es absolut richtig, dass sich die beiden Länder externer Expertise bedient haben, um die Bank so rechtssicher und so wirtschaftlich wie möglich zu verkaufen und die Risiken planbar zu machen." Die Kosten halte er angesichts eines Verkaufs in dieser Dimension für angemessen.

SSW-Fraktionschef kritisiert "Zahlenspielchen"

Natürlich sei es schade, dass das Land soviel Geld aufwenden musste, sagte Lars Harms. "Sich hier hinzustellen und zu suggerieren, dass Berater nicht nötig gewesen wären, ist mir dann doch zu billig", so der SSW-Fraktionschef. Bei einer so komplizierten, extrem fachbezogenen und neuen Fragestellung komme auch die beste Verwaltung an ihre Grenzen. Deswegen seien gute Berater nötig gewesen.

Rother: Empörung kann sich nur gegen Preise der Berater richten

Sicher könne man die hohen Honorare beklagen, so Thomas Rother (SPD). Empörung könne sich aber lediglich gegen die Berater und ihre Preise richten und nicht gegen deren Beauftragung durch das Land. "Ohne die Beratung hätte die HSH nicht verkauft werden können. Und – das haben wir schon gemeinsam festgestellt – es war gegenüber einer Abwicklung die bessere und wirtschaftlichere Variante."

Lesen Sie auch unser Multimedia-Dossier: Das Ende einer Staatsbank

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Deutsche Bahn setzt auf Veränderung – diesmal geht es dem gewohnten Bordservice an den Kragen. Wer jetzt allerdings Einschränkungen befürchtet, wird positiv überrascht: Der Service wird komfortabler – und die Speisen innovativer.

07.03.2019

In den USA ist ein Rechtsstreit zwischen zwei Discounter-Riesen entbrannt. Konkret gesagt: Aldi verklagt Lidl. Hintergrund der Klage ist der Wechsel einer Immobilienmanagerin von Aldi zum Erzfeind Lidl. Laut Klageschrift soll sie in den Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen verwickelt sein.

07.03.2019

Schlecht für Sparer, gut für Kreditnehmer: Die Europäische Zentralbank will die Nullzinsen bis 2020 beibehalten. Die Risiken für die Konjunktur sind derzeit schlicht zu groß.

07.03.2019