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Wirtschaft Die Hängepartie geht weiter
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08:00 30.08.2018
Von Ulrich Metschies
Durch Sonderbelastungen aus der Privatisierung ist die HSH Nordbank in die roten Zahlen gerutscht. Vorstanschef Stefan Ermisch sieht das Unternehmen dennoch auf Kurs. Quelle: Daniel Bockwoldt
Kiel

So wichtig die wirtschaftliche Entwicklung des Institutes ist: Viel wichtiger ist es, dass die seit Monaten andauernde Hängepartie um den Verkauf der Bank an eine Gruppe um den US-Finanzinvestor Cerberus endlich zum Abschluss kommt. Doch zu dieser Frage gab es gestern substanziell nichts Neues – weder von der Bank noch von deren (Noch-) Eigentümern Hamburg und Schleswig-Holstein.

Konzernchef sieht die Bank "auf gutem Weg"

Vor allem bedingt durch Sonderbelastungen aus der geplanten Privatisierung hat die HSH in den ersten sechs Monaten 2018 einen Konzernverlust (nach Steuern) von 77 Millionen Euro eingefahren, nachdem im Vorjahreshalbjahr noch ein Gewinn von 158 Millionen in den Büchern stand. Gleichwohl sieht Konzernchef Stefan Ermisch die Bank auf einem guten Weg. „Ich bin überzeugt, dass wir im vierten Quartal eine erfolgreich privatisierte Bank sein werden.“

Streit um Einlagensicherung bleibt der Knackpunkt

Wie berichtet, hat sich der Wechsel der Bank von der Institutssicherung der deutschen Sparkassen in den Einlagenschutz der privaten Banken zur größten Hürde im Verkaufsprozess entwickelt. Die Verkaufsverträge mit den US-Investoren sind bereits seit Ende Februar unterschrieben, beide Länderparlamente sowie die Kartellbehörden haben dem Deal längst zugestimmt. Doch bevor es zum „Closing“, also zum formalen Abschluss der Transaktion kommen kann, muss noch eine Reihe von Bedingungen erfüllt sein, so die Zustimmung der Bankenaufsicht und der EU-Kommission sowie die Regelung für den künftigen Schutz von Anlegern, die der staatlich geretteten Bank ihr Geld anvertrauen.

Heinold: "Kuh muss bis Ende des Jahres vom Eis"

 Das Problem: Ab der Privatisierung würde eigentlich nur zwei Jahre lang eine Nachhaftungspflicht des DSGV für die Einlagen der HSH-Kunden gelten. Für eine vollwertige Mitgliedschaft im System der Privatbanken ist aber eine dreijährige Anwartschaft vorgesehen. Der DSGV hatte kürzlich seine Satzung geändert, damit die HSH ein weiteres Jahr geschützt und die Übergangsfrist überbrückt wäre. Doch der BdB will die Anwartschaftszeit erst nach der Nachhaftung anlaufen lassen. Dann würde die HSH erst in fünf Jahren über den vollen Einlagenschutz verfügen – ein Manko, das dem Institut massive Probleme bei der Kapitalbeschaffung bescheren würde. Kommt es zu keiner Einigung, könnte der Verkauf noch platzen.

Angesichts der Zitterpartie wächst die Anspannung in der Politik. Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) äußerte gestern die Erwartung, „dass wir die Kuh bis Ende bis Ende des Jahre vom Eis bekommen.“ Dafür nötig sei jedoch „das intensive Bemühen aller Beteiligten“.

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