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23:28 21.04.2016
Von Martin Geist
Ideenpreis-Gewinnerin Nadine Sydow, Gerd Küchmeister (FH Kiel), Dirk Müller (WTSH), Professor Klaus Lebert (FH Kiel) und Michael Kopp (Wirtschaftsministerium, von links) ermuntern Gründer. Quelle: Martin Geist
Kiel

Nadine Sydow kann davon ein ermutigendes Lied singen. Vor zwei Jahren gewann sie beim Ideenwettbewerb Schleswig-Holstein mit dem ökologischen Schneckenschreck „Schnexagon“ den ersten Preis, und jetzt im April knackt sie die Marke von 100000 Euro Monatsumsatz.

Klar, dass Nadine Sydow die Angehörigen der Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes zum Mitmachen auffordert. „Es lohnt sich“, betont sie. Auch wenn ihr das Preisgeld in der Gründungsphase über so manchen Engpass geholfen hat, sind die Euros aus ihrer Sicht nicht die entscheidende Größe. „Vorher hieß es, ach, das arme Mädchen ist verrückt geworden, dann gewann ich den Preis und wurde plötzlich ernst genommen.“ So beschreibt sie die wahrlich bahnbrechende Wirkung der Auszeichnung.

Die Verantwortlichen eines Unternehmens in Hamburg nahmen die Kieler Biologin besonders ernst. Sie ermöglichten eine Pilotphase, in der 500 Prototypen von „Schnexagon“ kostenlos an Gartenfreunde verteilt wurden. Es folgten kleinere Veränderungen am Produkt, es folgte aber vor allem die belegbare Erkenntnis: Die Sache kann funktionieren.

Jetzt gibt es eine GmbH

Inzwischen hat sich die 29-Jährige mit einem für Zahlen und Pläne zuständigen Geschäftspartner zur Solvoluta GmbH zusammengetan und geht immer zuversichtlicher ans Werk. Die Umsatzkurven zeigen nach oben, mit der Baumarktkette Hornbach wird erstmals ein wirklich großer Marktakteur „Schnexagon“ in seine Regale stellen. Trotz allem: Ein Selbstläufer war es nicht. Nadine Sydow wurschtelte sich längere Zeit mit Nebenjobs aller Art durch, nur um keine feste Stelle annehmen und damit zugleich den Traum von der eigenen Existenz aufgeben zu müssen. „Ich wollte das unbedingt.“ Sie fand anfangs über Crowdfunding viele kleine Geldgeber, um ihr Produkt weiterzuentwickeln. Hätten ihr aber überdies nicht auch die Experten der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer-Gesellschaft Schleswig-Holstein (WTSH) und des Wirtschaftsministeriums immer wieder Unterstützung zukommen lassen, es wäre vielleicht trotzdem nichts daraus geworden, gibt Nadine Sydow zu.

50 bis 60 Bewerbungen üblich

Womit sich der Kreis zum Ideenwettbewerb Schleswig-Holstein schließt. Zusammen mit der Fachhochschule Kiel sind diese beiden Organisationen die treibenden Kräfte. 50 bis 60 Bewerbungen kommen gewöhnlich zusammen, sagt Dirk Müller von der WTSH und spricht von einem „ganz wichtigen Beitrag zur Gründungskultur“. Tatsächlich sind aus dem Wettbewerb etliche erfolgreiche Betriebe hervorgegangen. Die Light Instruments GmbH gehörte 2014 ebenfalls zu den Preisträgern und befindet sich mit ihrem Lichtanimationssystem EDGE auf einem vielversprechenden Weg.

Dass der Ideenwettbewerb, wie Michael Kopp vom Wirtschaftsministerium sagt, eine „ideale Chance“ zum Einstieg in die Existenzgründung ist, kann Light-Instrument-Geschäftsführer Kay Sörnsen voll bestätigen: „Der Preis gab uns Selbstvertrauen, und das gewonnenen Geld konnten wir sehr gut gebrauchen.“ Einsendeschluss für den Ideenwettbewerb 2016 ist der 11. September. Vergeben werden Preise im Umfang von 12500 Euro, der erste Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Teilnehmen können alle Angehörigen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Schleswig-Holstein beziehungsweise deren Absolventen.

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