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Wirtschaft Immer mehr Firmen zögern mit Neueinstellungen
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14:11 26.09.2012
Laut Bundesagentur für Arbeit zögern immer mehr Firmen mit Neueinstellungen. Quelle: Caroline Seidel

X. Die aktuellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur an diesem Donnerstag (27. September) in Nürnberg veröffentlichen.

"Angesichts abgeschwächter Konjunkturerwartungen zeigen sich die Unternehmen insgesamt vorsichtiger, was weitere Neueinstellungen angeht", betonte die BA. Der BA-Stellenindex sank um zwei Punkte auf 161 Zähler. Der auf der Basis des Stellenangebots errechnete Wert zeigte sich damit zum Herbstbeginn um 11 Punkte schwächer als vor einem Jahr. Dennoch liege die Nachfrage nach Arbeitskräften immer noch auf hohem Niveau - und lediglich um 5 Punkte unter dem Nachfragehöhepunkt während des Job-Booms im Jahr 2007.

Auch von dpa befragte Bankenvolkswirte sprechen inzwischen von einer deutlichen Abschwächung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Zwar sei die Zahl der Arbeitslosen im September im Vergleich zum August um rund 110 000 auf 2,795 Millionen gesunken. Dieser Rückgang habe allerdings allein saisonale Gründe, von der Konjunktur kämen kaum noch Impulse. Im Schnitt der vergangenen drei Boom-Jahre war die Zahl der Arbeitslosen im September um 143 000 gesunken, 2010 sogar um fast 160 000.

"Ich habe überwiegend Meldungen, dass Unternehmen bei der Personaldisposition vorsichtiger agieren", begründet etwa der Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld seine Skepsis. Der Grund ist seiner Ansicht nach nicht nur die aktuelle Schwächephase der deutschen Wirtschaft, sondern auch "die Unsicherheit über den weiteren Fortgang der Schuldenkrise". Für dieses Jahre rechnen daher Bankenvolkswirte mit einer Stagnation auf dem Arbeitsmarkt oder sogar leicht steigender Erwerbslosigkeit.

Hinweise für eine drohende Jobkrise sieht allerdings keiner der Fachleute, auch wenn sie nicht vor dem Sommer 2013 mit einer Erholung rechnen. "Der Aufstieg ist noch nicht komplett ausgelaufen. Das sehe ich ganz genauso wie BA-Chef Weise. Die Lage ist noch ganz ordentlich", betont etwa HypoVereinsbank-Volkswirt Alexander Koch. Er verweist auch darauf, dass trotz der abgeschwächten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland weiter steigt. Neue Stellen, etwa bei Dienstleistungsunternehmen, würden oft mit Zuwanderern besetzt.

dpa

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