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Wirtschaft Felbermayr spricht von Fehlplanungen
Nachrichten Wirtschaft Felbermayr spricht von Fehlplanungen
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08:00 11.09.2018
Von Ulrich Metschies
Neuer Präsident des Kieler Instituts will Fehlplanungen in ein paar Jahren korrigiert haben: Gabriel Felbermayr Quelle: imago/Oryk HAIST
Kiel

Der bisherige Leiter des Zentrums für Außenwirtschaft am Müncher ifo-Institut und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität habe den Ruf zum Professor für Volkswirtschaftslehre an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und die Bestellung zum Präsidenten des IfW angenommen, teilte das Institut gestern mit. Felbermayr folgt damit im März 2019 auf Snower, der die Leitung des IfW nach gut 14 Jahren abgibt.

Neuer Chef will sich intensiv um neue Geldquellen bemühen

Der Wechsel erfolgt in turbulentem Umfeld. Erst vor kurzem hatte das Institut einen Sparkurs einschließlich Personalabbau angekündigt, um Kostensteigerungen in Millionenhöhe als Folge des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst in den Griff zu bekommen. Diese Probleme hätten ihn nicht an seiner Entscheidung zweifeln lassen, sagte Felbermayr den Kieler Nachrichten: „Das Institut ist voll funktionsfähig und im Kern gesund.“ Felbermayr sprach jedoch auch von „Fehlplanungen, die in ein paar Jahren korrigiert sein werden“. Um die Qualität von Forschung, Lehre und Beratung sicherzustellen, werde sich das Institut intensiv um neue Geldquellen bemühen müssen.

Mitte des Monats kommen die Prüfer ins Haus

 In Deutschland gebe es viele Stiftungen, die Forschung fördern. Und die Töpfe von EU und der Bundesregierung seien gut gefüllt: „Der Wettbewerb ist hart, aber ich bin mir sicher, dass es uns gelingen wird, ein paar größere Projekte an Land zu ziehen.“ Mitte dieses Monats steht die Evaluierung des Instituts durch die Lebniz-Gemeinschaft an. Ein positives Ergebnis ist Voraussetzung für die weitere millionenschwere staatliche Förderung. Professor Sonja Peterson, Wissenschaftliche Geschäftsführerin des IfW, zeigte sich erfreut, dass das Berufungsverfahren so rechtzeitig abgeschlossen wurde, dass „unser künftiger Präsident sich bereits in die bevorstehende Evaluierung einbringen kann.“

Experte für internationale Handelsfragen 

Felbermayr wurde 1976 in Österreich geboren. Er hat in Linz Volkswirtschaftslehre studiert und promovierte am European University Institute in Florenz über den Zusammenhang von Wirtschaftswachstum und internationalem Handel. Von 2005 bis 2008 bekleidete Felbermayr die Position eines akademischen Rates an der Universität Tübingen. Dort habilitierte er sich mit einer Schrift zu Handel und Arbeitslosigkeit. Von 2008 bis 2011 war er Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Hohenheim.

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