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Interview: "HTC ist der Audi der Mobilfunk-Branche"

Mobilfunk Interview: "HTC ist der Audi der Mobilfunk-Branche"

Der taiwanische Smartphone-Spezialist HTC bringt sich für den Verkaufsstart des Apple iPhone 5 in Stellung, das an diesem Freitag in die Läden kommt. HTC stellte am Mittwoch zwei Handys mit dem neuen Microsoft-Betriebssystem Windows Phone 8 vor.

New York. Firmenchef Peter Chou sagt im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, wie HTC als vergleichsweise kleiner Anbieter bestehen kann und weshalb er eine besondere Beziehung zu Deutschland hat.

Herr Chou, wie schaffen Sie es, mit Branchenriesen wie Apple, Samsung oder auch der Google-Tochter Motorola zu konkurrieren?

Peter Chou: "Wir sind der Innovator im Markt. Wir sind schon immer das Unternehmen gewesen, das Neuheiten als erstes herausgebracht hat wie die schnellen Mobilfunkstandards 3G und 4G oder das Android-Betriebssystem. Wir haben starke Partnerschaften mit Google und Microsoft und mit den Mobilfunk-Betreibern. Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass HTC eine Zukunft hat."

Aber Ihr Marktanteil sinkt. Laut dem Marktforscher IDC binnen eines Jahres von 10,7 auf 5,7 Prozent im zweiten Quartal.

"Es geht nicht um Marktanteile. Es geht darum, dass Du Profit machst. Viele Unternehmen sind ganz wild auf Marktanteile und verlieren Geld. Sie dürfen nicht vergessen: HTC ist sehr profitabel. Wir müssen nicht die Nummer eins sein. Der Markt ist groß genug."

Aber Sie brauchen eine bestimmte Anzahl an verkauften Handys, um profitabel zu sein.

"HTC ist ein kleineres Unternehmen, keine Frage. Wir sind dafür sehr wendig. Wir arbeiten mit allen großen Mobilfunkbetreibern zusammen. Die haben großes Vertrauen in uns. Die sind ja nicht dumm."

Wie wichtig ist der europäische, speziell der deutsche Markt für HTC?

"HTC ist praktisch in Europa durchgestartet. Deutschland ist für uns ein Top-Land. Die Bekanntheit der Marke ist hier sehr hoch. Wir haben enge Beziehungen zur Deutschen Telekom, zu Vodafone Deutschland und zu O2. Telekom-Chef René Obermann und ich kennen uns seit mehr als zehn Jahren. Es geht nicht nur ums Geschäft, es gibt auch starke persönliche Bande."

Was mögen denn die deutschen Kunden?

"Sie lieben High-tech-Produkte und verlangen eine Top-Qualität. Sie stehen einfach auf Premium. Und HTC ist so etwas wie der Audi der Mobilfunk-Branche. Wir konzentrieren uns auf hochwertige Smartphones, unsere "Hero Phones". Wir legen besonderen Wert auf Design, auf ein gutes Audio-System und eine gute Kamera."

HTC hat in Deutschland 20 verschiedene Smartphones im Angebot, Apple nur drei. Sind zu viele Modelle nicht verwirrend für den Kunden?

"Wir sind ein junges und innovatives Unternehmen. Wir lieben es, Dinge auszuprobieren und dem Markt dann die Wahl zu überlassen. In der Zukunft wird es aber weniger Modelle von HTC geben. Wir werden eine Toplinie mit dem Betriebssystem Windows Phone haben, eine Toplinie mit Android und dann noch eine günstigere Produktlinie mit Android-Geräten für Schwellenländer."

Derzeit hat HTC 18 Android-Telefone und zwei Windows-Telefone im Angebot. Wird sich das Verhältnis in der Zukunft ändern?

"Wir halten an unserer Strategie fest: Unser Hauptaugenmerk liegt auf Android, dahinter folgt Windows."

Wie sieht es mit dem kommenden Betriebssystem Blackberry 10 von RIM aus? Wäre das eine Option? Es gab entsprechende Gerüchte.

"Wir konzentrieren uns auf Windows Phone und Android."

Können Sie sich denn vorstellen, Blackberry 10 in der Zukunft zu lizenzieren und in den eigenen Smartphones einzusetzen?

"Nein."

dpa

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