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11:28 07.03.2018
Von Ulrich Metschies
In Deutschland gelingt nur wenigen Menschen die Befreiung aus der Armutsfalle. Quelle: Bernd Wüstneck

Gut zwei Jahre lang hatten Sebastian Braun, Arbeitsmarktforscher am IfW, und Jan Stuhler (Universität Madrid) Daten ausgewertet, die über vier Generationen hinweg den sozialen Status von Familien in Deutschland im 20. Jahrhundert beschreiben. Überraschendes Ergebnis: Durchschnittlich werden 60 Prozent der für den sozialen Status einer Person entscheidenden Faktoren von einer Generation zur nächsten weitergegeben.

Ein niedriger Status der Vorfahren wirkt wie eine Last

Selbst nach vier Generationen hätten die Wissenschaftler noch einen Zusammenhang zwischen dem eigenen sozialen Status und dem der Vorfahren messen können. Das heißt: Je geringer der soziale Status der Ur-Großeltern, desto geringer der Status der Ur-Enkel heute. Ein niedriger Status der Vorfahren wirkt somit wie eine Last, die den sozialen Aufstieg auch vier Generationen später noch bremst. Umgekehrt gilt aber auch: Je höher der soziale Status der Ur-Großeltern, desto höher der Status ihrer Nachfahren heute. Auf den ersten Blick widersprechen diese Ergebnisse früheren Studien, nach denen in den meisten Industrieländern der soziale Status einer Person nur zu etwa 30 bis 40 Prozent von den Eltern geprägt ist und soziale Ungleichheiten daher in der Theorie relativ schnell verschwinden.

Daten stammen aus Befragungen von mehr als 10 000 Familien

Für ihre Untersuchung griffen die Autoren auf Befragungen von mehr als 10 000 Familien zurück, die älteste aus den 1980er-Jahren, die jüngste von 2011. In den Interviews machten die Befragten – soweit möglich – Angaben über sich, über ihre Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. Gefragt wurde etwa nach Schulabschlüssen, der weiteren Ausbildung und dem beruflichem Werdegang.

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