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Wirtschaft Schlechte Noten für EU-Meeresschutz
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10:00 08.10.2018
Von Ulrich Metschies
Quotenkürzungen haben kaum geholfen: Um den Dorschbestand in der westlichen Ostsee steht es schlecht. Quelle: dpa
Kiel.

Darin werfen die Kieler Forscher insbesondere der EU-Fischereipolitik erhebliche Versäumnisse vor. Die Folge: Fast alle EU-Küstenstaaten stünden 2018 in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung ihrer Meere schlechter da noch vor sechs Jahren.

Vor allem die Lage der Ostsee hat sich verschlechtert

„Schweden, Spanien, Irland und insbesondere Portugal weisen deutlich schlechtere Werte auf als noch 2012“, sagt Wilfried Rickels, Leiter des Bereiches Umwelt und natürliche Ressourcen am IfW. Auch die Lage an der deutschen Ostseeküste habe sich spürbar verschlechtert. Die Entwicklung bewerten die Experten auch deshalb als brisant, weil nachhaltiges Wachstum in allen marinen und maritimen Wirtschaftszweigen erklärtes Ziel der EU ist und zudem fest in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen verankert wurde.

"Blaues Wachstum" ist von Nachhaltigkeit weit entfernt

Für ihre Untersuchung haben Rickels und vier Co-Autoren unterschiedliche Indikatoren für das sogenannte „Blaue Wachstum“ in EU-Küstenstaaten an der Nord- und Ostsee sowie am Atlantik analysiert, darunter den Nährstoffeintrag in die Meere, den Zustand der Fischbestände oder die Nachhaltigkeit des Tourismus. „Vor allem Indikatoren, die sich auf die Fischerei beziehen, haben sich verschlechtert“, so Rickels. Im Vergleich zu 2012 seien die Fänge von Fischbeständen, bei denen die Biomasse unterhalb der Grenzwerte des Expertengremiums ICES liege, deutlich gestiegen.

Scharfe Kritik an EU Fischereikommissar

Massive Kritik äußern Rickels und seine Kollegen an EU-Fischerei-Kommissar Karmenu Vella. Dieser habe den Schutz der Meere und Fischbestände mehrfach wirtschaftlichen Interessen untergeordnet. „Anders als noch vor einigen Jahren setzt die EU Fangquoten-Empfehlungen der Wissenschaft nicht mehr konsequent in die Praxis um“, sagt der Ökonom und Fischereibiologe Rüdiger Voss, der die Studie mit verfasst hat. Zudem werde die Einhaltung von Quoten sowie des geltenden Rückwurfverbotes nur unzureichenden kontrolliert. Ein Sprecher der EU-Kommission wies diese Vorwürfe zurück: Die Leistungen Vellas seien „weltweit anerkannt“.

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