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17:33 31.07.2013
TV-Hersteller Loewe kämpft um das Überleben. Quelle: Daniel Reinhardt
Berlin

Noch fehlt jedoch ein Investor für eine tragfähige neue Kapitalbasis.

Die knapp 800 Mitarbeiter müssen deshalb weiter um ihren Arbeitsplatz bangen. Loewe steht seit 17. Juli unter gerichtlichem Gläubigerschutz. Der Schutzschirm, der eine Sanierung in Eigenregie ermöglichen soll, kann laut Gesetz maximal drei Monate aufrechterhalten werden. In dieser Zeit muss die Gesellschaft frisches Kapital auftreiben. Sonst droht die Insolvenz.

Mit Hisense wurde eine Kooperation bei Einkauf, Produktion, Entwicklung und Vertrieb vereinbart. Hisense werde Loewe dauerhaften Zugang zur neuen TV-Panel-Technologie ermöglichen und dem deutschen Unternehmen den chinesischen Markt öffnen, hieß es. Hisense könne im Gegenzug das Vertriebsnetz von Loewe in Westeuropa nutzen.

Die Aktionäre sollten auf einer Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin eine Kapitalherabsetzung beschließen, um die Bilanz zu bereinigen und einem künftigen Investor zu ermöglichen, die Mehrheit an Loewe zu übernehmen. Der Aktienkurs der Loewe AG schoss nach Bekanntgabe der Partnerschaft mit Hisense um 25 Prozent nach oben.

Vorstandschef Matthias Harsch sagte vor den Aktionären, nach drei Jahren mit operativen Verlusten werde deutlich, "dass sich das traditionelle Geschäftsmodell der Loewe AG überholt hat". Sich wie bisher auf den Verkauf über den schrumpfenden Fachhandel zu beschränken, würde den "Tod auf Raten" bedeuten, sagte Finanzvorstand Rolf Rickmeyer. Nötig sei ein radikaler Umbau.

Loewe verhandelt darüber, vergleichsweise günstige Loewe-Fernseher künftig bei Saturn und Mediamarkt zu verkaufen. Neue Einsteigermodelle sollen auf der Internationalen Funkausstellung Anfang September in Berlin vorgestellt werden.

Der TV-Hersteller will sich aber auch weiterhin auf das teure Premiumsegment konzentrieren, das 10 bis 13 Prozent des Gesamtmarktes ausmache. Davon wiederum will Loewe 10 Prozent Marktanteil erreichen, wie Harsch sagte. Das wären 700 000 bis 800 000 Stück pro Jahr, das ist nach Worten von Harsch ein "ambitioniertes Ziel".

Loewe hat bereits den Branchenriesen Sharp als Großaktionär mit 13 Prozent Anteil. Dem japanischen Flachbild-TV-Pionier steht aber selbst das Wasser bis zum Hals, er schrieb zuletzt hohe Verluste. Loewe-Chef Harsch sagte, weder Sharp noch Neupartner Hisense wollten Loewe frisches Geld geben. Der Konzern Hisense mit einem Jahresumsatz von 13 Milliarden US-Dollar sei weltweit die Nummer vier auf dem TV-Gerätemarkt.

Im ersten Halbjahr brach der Umsatz von Loewe um 39 Prozent auf 76,5 Millionen Euro ein. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg auf 24,2 Millionen Euro nach einem Minus von 2,1 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2012.

dpa

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