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Wirtschaft In Apotheken geht das Ibuprofen 600 aus
Nachrichten Wirtschaft In Apotheken geht das Ibuprofen 600 aus
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07:00 30.06.2018
Von Anne Holbach
Besonders die 50er-Packung sei im Großhandel kaum zu bekommen, auch die 20er-Packungen seien Mangelware. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Besonders die 50er-Packung sei im Großhandel kaum zu bekommen, auch die 20er-Packungen seien Mangelware. Apotheker beklagten sich schon seit Monaten über Lieferengpässe. Auch bei der Onlineapotheke Doc Morris kommt die Meldung: „Das Produkt ist in dieser Packungsgröße vorübergehend nicht verfügbar.“

Grund ist laut dem Branchenportal Apotheke Adhoc vor allem die weltweit wachsende Nachfrage nach dem Wirkstoff. Ibuprofen in einer Dosierung von 600 Milligramm ist verschreibungspflichtig und wird häufig gegen Schmerzen und Entzündungen sowie als Fiebersenker eingesetzt. Weil es weltweit nur sechs Fabriken gibt, die Ibuprofen produzieren, ist der Wirkstoff aber knapp.

Hersteller sind der deutsche Chemiekonzern BASF, die SI Group aus den USA, die chinesischen Firmen Hubei Granules-Biocause und Shandong Xinhua sowie Solara und IOLPC aus Indien. Die Produktionskapazitäten von 31000 Tonnen jährlich seien längst ausgereizt, so Apotheke Adhoc. Demnach hätten im vergangenen Jahr 6000 Tonnen mehr produziert werden können.

Verschärft hat sich die Lage nun noch einmal durch einen technischen Defekt im BASF-Produktionswerk in Texas. Medienberichten zufolge steht die Fabrik in Bishop seit dem 3. Juni still. Nach Unternehmensangaben soll sie in den kommenden zwölf Wochen repariert werden. „In der 600er-Variante ist fast alles vom Markt. Das Problem wird uns sicher noch das ganze Jahr begleiten“, sagt Kammerpräsident Christiansen. Die Apotheker im Land versuchen sich zu behelfen, indem sie ihren Kunden statt 50er-Packungen beispielsweise fünf Zehnerpackungen ausgeben. „Wir wollen unserem Versorgungsauftrag gerecht werden“, so Christiansen.

Allerdings sei das schwierig in der Abrechnung mit den Krankenkassen, weil eine Großpackung oft günstiger sei als mehrere kleine. Es gebe auch Kollegen, die aus den 100er-Packungen einzelne Blister verkauften und eine Kopie des Beipackzettels, der Chargenbezeichnung und des Verfallsdatums beilegten. Weil andere Stärken des Wirkstoffs noch vorrätig seien, raten einige Apotheker ihren Kunden dazu, etwa auf Ibuprofen 400 zurückzugreifen und die Dosierung anzupassen. Auch das sei aber schwierig, weil nicht einfach etwas anderes als auf dem Rezept angegeben sei, abgegeben werden könne.

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