Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Wirtschaft "Made in": EU-Kommission widerspricht Darstellung des DIHK
Nachrichten Wirtschaft "Made in": EU-Kommission widerspricht Darstellung des DIHK
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:34 09.08.2013
Der Schriftzug «Made in Germany» auf der Rückseite eines Satellitenempfängers. Quelle: Jens Büttner
Brüssel

"Das Herkunftsland ist - und wird weiterhin - durch das Land oder Gebiet bestimmt, wo ein Produkt die letzte erhebliche Änderung erfahren hat", betonte ein Sprecher. Damit widersprach er der Darstellung der Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK).

DIHK-Chef Eric Schweitzer hatte zuvor die Vorschläge der EU-Kommission kritisiert: "Das Vorhaben der EU-Kommission höhlt die Qualitätsbezeichnung für deutsche Produkte faktisch aus. Sie soll sich künftig an Zollvorschriften und nicht mehr an Qualitätsmerkmalen orientieren", sagte er der Tageszeitung "Die Welt".

DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier zufolge soll künftig der relative Preis der Rohstoffe und Verarbeitungsprozesse gewichtet werden, um das Herkunftsland zu bestimmen. Preisveränderungen auf dem Weltmarkt könnten so zu einer Änderung des "Made in"-Siegels führen, ohne dass sich etwas im Produktionsprozess verändert habe. Dies sei eine Folge des geplanten neuen Zollkodex der EU. Auch Deutschland fürchtet laut Diplomaten eine weniger flexible Regelung als bisher.

Dieser Darstellung widersprach die EU-Kommission am Freitag ausdrücklich: "Der relative Preis des Aufwands und der Materialien wird nicht die Herkunft bestimmen", erklärte ein Sprecher. "Der neue Unions-Zollkodex soll vor Ende des Jahres in Kraft treten. Er wird die Regeln zum Herkunftsland nicht ändern."

EU-Industriekommissar Antonio Tajani und der damalige Verbraucherkommissar Tonio Borg hatten im Februar strengere Vorgaben für das Siegel vorgeschlagen. Bisher ist die Angabe auf der Verpackung freiwillig, die Kommission will sie außer bei Lebensmitteln zur Pflicht machen. Dies soll mehr Klarheit für Verbraucher schaffen und bessere Rückverfolgbarkeit fehlerhafter Waren. Die Vorschläge benötigen allerdings die Zustimmung von Europaparlament und EU-Staaten.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Unter Internetnutzern geht die Angst um. Seit Wochen hören sie täglich, wie ihre Kommunikation von britischen und amerikanischen Geheimdiensten abgesaugt, durchsucht und gespeichert wird.

09.08.2013

Die Deutsche Telekom und United Internet (Web.de, GMX) wollen ihren Kunden gemeinsam einen sicheren E-Mail-Dienst anbieten. Unter dem Motto "E-Mail Made in Germany" stellten die Chefs der beiden Konkurrenten am Freitag eine entsprechende Initiative vor.

09.08.2013

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat das Planungs-Chaos beim Stromanschluss von Windparks auf dem Meer kritisiert. Er forderte für die Netzanbindung eine eigene Gesellschaft mit Beteiligung des Bundes.

09.08.2013
Anzeige