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Wirtschaft Zoff um Maklergebühren
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10:00 27.10.2018
Von Ulrich Metschies
Knapper Wohnraum: Nach dem Willen der Bundesjustizministerin sollen künftig die Verkäufer die Maklergebühren zahlen. Quelle: Andreas Gebert
Kiel

 Makler gehen gegen diesen Vorstoß auf die Barrikaden – auch im Norden. „Das Bestellerprinzip wird in der Praxis niemandem nützen, auch nicht den Käufern“, sagt Björn Petersen, geschäftsführender Gesellschafter von Spiering in Kiel und Vizepräsident des Maklerverbandes IVD. Die Ministerin, so Petersen, sei in dieser Sache „gefährlich ahnungslos“, ihr Vorstoß „Augenwischerei“.

Barley bezweifelt Verhältnismäßigkeit der Gebühren 

Barleys Vorwurf: „Maklergebühren lassen die Kosten beim Wohnungs- oder Hauskauf explodieren.“ Durch das Bestellerprinzip würden die Käufer spürbar entlastet: „Denn meistens wird der Makler für den Verkäufer tätig, nicht für den Käufer.“ Maklergebühren stünden überdies gerade in Gegenden mit angespanntem Wohnungsmarkt in keinem Verhältnis zur erbrachten Leistung.

Makler: Vorstoß ist realitätsfremd

Auch deshalb müsse beim Immobilienkauf der Grundsatz gelten: „Wer bestellt, der zahlt auch.“ Diesen Grundsatz teilt auch Petersen. Tatsache sei jedoch, dass Makler die Belange von Verkäufer und Käufer vertreten sollten, und dass die Aufteilung der Maklergebühr eine bewährte Praxis sei: „Dass allein der Käufer die Provision übernimmt, ist ein politisch vermitteltes Szenario, das nichts mit der Realität im überwiegenden Teil der Republik zu tun hat.“

Hälfte der Verkäufe läuft ohne Makler

Gerade auf heißgelaufenen Märkten werde der überwiegende Teil der Käufer vom Bestellerprinzip nicht profitieren. Im Gegenteil, die Preise werden steigen. Petersen: „Wenn der Interessent die Maklergebühr nicht zahlen muss, hat er mehr Luft, um einen höheren Preis zu bieten – das Geld landet also beim Verkäufer und somit über die Grunderwerbsteuer auch beim Staat.“ Fakt, so Petersen, sei zudem, dass das geplante Gesetz ohnehin nur für die Hälfte des Marktes gemacht werde: „50 Prozent der Verkäufe laufen heute ohne Makler, in ländlichen Regionen mehr, in Ballungsgebieten weniger.“

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