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Wirtschaft TKMS und Lürssen sind bei MKS180 raus
Nachrichten Wirtschaft TKMS und Lürssen sind bei MKS180 raus
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19:55 01.03.2018
Von Frank Behling
Die Hamburger Werft Blohm+ Voss ist beim Neubauprojekt MKS 180 jetzt raus. Sie war Teil des Konsortiums TKMS/Lürssen. Quelle: Frank Behling
Kiel

Die Hiobsbotschaft traf am Donnerstagmorgen bei TKMS in Essen ein.  „Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr hat Thyssenkrupp Marine Systems mitgeteilt, dass das Konsortium bestehend aus ThyssenKrupp Marine Systems und Lürssen im Vergabeverfahren MKS 180 aus dem weiterem Vergabeprozess ausgeschlossen worden ist", bestätigte ein Konzernsprecher in Essen.

Die Mehrzweckkampfschiff 180 sollen mit einer Verdrängung von rund 5000 Tonnen und einer Besatzungsstärke von 180 Soldaten das Kampfschiff der Zukunft für die Marine werden. Die Bundeswehr möchte sechs Schiffe in einem ersten Los bauen lassen.  Sie sollen Waffen gegen alle gängigen Bedrohungen an Land, auf See und in der Luft erhalten. Die Indienststellung ist ab 2023 geplant. 

Mit der Absage an das Konsortium TKMS/Lürssen  bangen Tausende Werftarbeiter in Hamburg, Bremen, Wolgast und Emden um ihre Jobs. Das Konsortium wollte die Schiffe an verschiedenen Standorten bauen. Dafür habe das Konsortium nach eigenen Angaben dem Bund ein Angebot vorgelegt, von dem die Unternehmen nach wie vor überzeugt seien und in das ihre jahrzehntelange Erfahrung und Expertise im Marineschiffbau und als Partner der Deutschen Marine eingeflossen sei, so ein Sprecher. Zuvor waren alle Aufträge für Fregatten und Versorgungsschiffe in den vergangenen 20 Jahren an TKMS oder Lürssen gegangen.

Bei den letzten Projekten hatte es aber auch zum Teil erhebliche Probleme und Verzögerungen gegeben. So ist aktuell des Fregattenprojekt F125 fast zwei Jahre hinter dem Zeitplan. Durch die Entscheidung droht jetzt den Werftstandorten Hamburg und Emden die Zukunftsperspektive zu platzen.

Offizielle Gründe für den Ausschluss wurden keine genannt. Es wird aber spekuliert, dass der im Angebot genannten Baupreis ein mögliches Kriterium für den Ausschluss aus dem Verfahren ist.

Im Verteidigungsministerium wollte man den Ausschluss des Konsortiums nicht begründen. "Wir befinden uns noch in einem laufenden Auswahlverfahren", sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums. Konkret sind jetzt die Werften German Naval Yards aus Kiel sowie die niederländische Damen Gruppe mit ihren Angeboten im Rennen. Demnach könnten die neuen Schiffen entweder in Kiel oder in Vlissingen (Niederlande) gebaut werden.

German Naval Yards möchte die Schiffe in Kiel bauen und hat sich dafür als Partner den US-Konzern Alion ins Boot geholt. Die Damen Group würde die  Schiffe in den Niederlanden bauen. Ursprünglich hatten sich auch die italienische Großwerft Fincantieri sowie die französischen Werftengruppe DCNS um den Auftrag beworben. Diese beiden Werften hatten ihre Angebote aber im Vorwege bereits von sich aus zurückgezogen. 

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