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12:31 29.08.2012
Bis auf wenige Ausnahmen sind die Dax-Konzerne noch weit entfernt von der politisch geforderten Mindestquote von 30 Prozent Frauen in den Kontrollgremien. Quelle: Tobias Kleinschmidt

Dies erklärte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Mittwoch in Frankfurt. 97 der insgesamt 500 Kontrolleure der 30 Dax-Konzerne sind weiblich, der Frauenanteil in den Aufsichtsräten sei auf aktuell 19,4 Prozent gestiegen.

Insgesamt überwiesen die 30 Dax-Konzerne ihren Aufsichtsräten für das Geschäftsjahr 2011 rund 69,7 Millionen Euro. Das waren 7,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und schon wieder fast so viel wie im Spitzenjahr 2007, als sich die Vergütung auf mehr als 70 Millionen Euro summierte. Im Schnitt erhielten die Aufsichtsratschefs der Gesellschaften im Deutschen Aktienindex rund 298 000 Euro.

Topverdiener unter Deutschlands Aufsichtsräten war VW-Patriarch Ferdinand Piëch mit einem Jahressalär von rund 1,1 Millionen Euro, gefolgt von Gerhard Cromme (Thyssen, Siemens, Allianz/1,05 Mio Euro), Manfred Schneider (RWE, Linde, Bayer/rund 995 000 Euro) und IG-Metall-Chef Berthold Huber (VW, Siemens/896 000 Euro). Huber führt nach IG-Metall-Angaben seine Bezüge zu mehr als 90 Prozent an die gewerkschaftliche Hans-Böckler-Stiftung ab.

Als "mächtigsten Aufsichtsrat" Deutschlands werten die Aktionärsschützer Manfred Schneider. Der ehemalige Bayer-Chef sitzt gleich in drei Dax-Gesellschaften dem Kontrollgremium vor: Bayer, Linde und RWE. Auf Rang zwei listet die DSW Paul Achleitner, der seit Juni den Aufsichtsrat der Deutschen Bank führt und zudem einfaches Mitglied in den Kontrollgremien von Bayer, Daimler und RWE ist.

Von einer Frau wird nur ein Dax-Aufsichtsrat geführt: Seit September 2009 kontrolliert die Ururenkelin des Firmengründers Fritz Henkel, Simone Bagel-Trah, die Geschäfte des Düsseldorfer Klebstoff- und Waschmittelriesen Henkel.

Die DSW bilanziert: Das Wahljahr 2013 müsse erweisen, ob die von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) favorisierte "Flexi-Quote" ausreiche, um den Frauenanteil in großen Unternehmen zu steigern.

"Sollten danach nicht deutliche Fortschritte erkennbar sein, dann steht zu befürchten, dass die Einführung einer gesetzlichen Quote im anstehenden Bundestagswahlkampf aufgegriffen wird", erklärte die stellvertretende DSW-Hauptgeschäftsführerin Jella Benner-Heinacher. "Meine Prognose ist deshalb, eine verbindliche Quotenregelung wird wohl kommen - ob über Berlin oder Brüssel."

dpa

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