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Wirtschaft Milliardär Slim funkt O2 bei geplanter E-Plus-Übernahme dazwischen
Nachrichten Wirtschaft Milliardär Slim funkt O2 bei geplanter E-Plus-Übernahme dazwischen
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16:58 09.08.2013
O2 will den Rivalen E-Plus schlucken und damit an der Deutschen Telekom vorbeiziehen. Doch jetzt sorgt der mexikanische Milliardär Carlos Slim für Wirbel: Er will die E-Plus-Mutter KPN übernehmen. Quelle: Georgi Licovski
Mexiko-Stadt

Fast 30 Prozent von KPN gehören America Movil bereits. Der Mexikaner Slim gilt als Kritiker einer Fusion zwischen O2 und E-Plus.

Telefónica Deutschland (O2) hält ungeachtet des Störfeuers an der Übernahme von E-Plus fest. Man werde das Projekt zu den bereits verbindlich geschlossenen Bedingungen weiter verfolgen, sagte ein Unternehmenssprecher.

America Movil will sich nach eigenen Angaben einen Mehrheitsanteil an KPN sichern und bietet 2,40 Euro je Aktie. Das wäre ein

Aufschlag von einem Fünftel im Vergleich zum Schlusskurs vom

Donnerstag und würde die Anteile, die Slim noch nicht besitzt, mit rund 7,2 Milliarden Euro bewerten. Ende Juli hatte der Milliardär ein Stillhalteabkommen mit KPN aufgekündigt und damit den Weg für seinen Übernahmeversuch freigemacht.

Sollte Slim Erfolg haben, wäre das schlecht für die

Telekomunternehmen in Deutschland, sagte Bernstein-Anaylstin Robin

Bienenstock. Denn eine Konsolidierung im Markt wäre dann schwieriger.

Sie hält aber auch ein höheres Gegenangebot von Telefonica für KPN

für möglich. S&P-Capital-Analyst James Crawshaw geht davon aus, dass

KPN die Offerte von America Movil als zu niedrig zurückweisen dürfte.

Die Aktien des O2-Betreibers Telefonica Deutschland wechselten im Laufe des Tages mehrfach die Richtung und lagen am Nachmittag mit 0,21 Prozent im Minus.

Erst kürzlich hatte Slim seinen Widerstand gegen die Übernahme

von E-Plus durch Telefonica Deutschland, eine Tochter der

hochverschuldeten spanischen Telefonica, angekündigt. Presseberichten

zufolge hält er den gebotenen Preis von rund acht Milliarden Euro für

zu niedrig. Slim wolle das Angebot für E-Plus nun genau bewerten,

hieß es. Eine endgültige Entscheidung werde bis zur außerordentlichen

Hauptversammlung fallen. Für diese gibt es laut KPN noch keinen

konkreten Termin, sie werde in den "kommenden Wochen" stattfinden, erklärten die Niederländer. Nun wolle sich der Konzern das Angebot von Slim in Ruhe ansehen.

Bis dahin hängt die Fusion auf dem deutschen Mobilfunkmarkt

weiter in der Schwebe. Neben den Aktionären haben auch die

Wettbewerbshüter ein Wort mitzureden. Ende Juli hatte sich der

Präsident des Bundeskartellamts Andreas Mundt in einem Gespräch mit

der dpa bereits kritisch zu der geplanten Großfusion geäußert und

eine "sehr sorgfältige Prüfung" angekündigt. Sollte das Zusammengehen

der beiden klappen, wären die Spanier im deutschen Mobilfunkmarkt

Marktführer vor der Deutschen Telekom und Vodafone.

Der deutsche Telekommarkt ist in diesem Sommer gehörig in

Bewegung geraten. So probiert sich Vodafone im zweiten Anlauf an der

Übernahme von Kabel Deutschland. Vodafone will damit beim

Ausbau seines Internetangebots vorankommen und der Telekom als

Marktführer das Leben schwer machen. Auch bei dieser Fusion müssen

die Behörden noch zustimmen. Allerdings dürften hier die

Anteilseigner wohl kein Veto einlegen. Auch der Vorstand von Kabel

Deutschland unterstützt das Angebot.

America Movil ist nach eigenen Angaben das führende

Telekomunternehmen in Südamerika. Ende Juni hatte der Konzern demnach

262 Millionen Mobilfunkkunden. Mit der Übernahme von KPN wolle

America Movil sein Geschäft auf Regionen außerhalb Südamerikas

ausdehnen, hieß es. Das Unternehmen gehört zum Firmenimperium des 73

Jahre alten Managers Slim. Laut der Milliardärsliste des US-Magazins "Forbes" ist Slim mit einem Vermögen von geschätzten 69,4 Milliarden US-Dollar nach dem Microsoft-Gründer Bill Gates der zweitreichste Mensch der Welt.

dpa

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