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Milliardenbetrug: Ex-UBS-Händler in London vor Gericht

Banken Milliardenbetrug: Ex-UBS-Händler in London vor Gericht

In einem der größten Fälle von betrügerischer Zockerei in der Geschichte des Finanzplatzes London ist am Montag der ehemalige UBS-Händler Kweku Adoboli vor Gericht erschienen.

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Der ehemalige UBS-Händler Kweku Adoboli steht in London vor Gericht.

Quelle: Bogdan Maran

London. Dem 32 Jahre alten Mann wird vorgeworfen, zu Lasten der Schweizer Großbank 2,3 Milliarden US-Dollar mit nicht genehmigten Risiko-Transaktionen verzockt zu haben.

Der Fall hatte eine Milliardenlücke in die Bilanz der UBS gerissen und schließlich auch Vorstandschef Oswald Grübel den Job gekostet. Adoboli hatte bankintern im September 2011 zugegeben, die erlaubten Grenzen gesprengt zu haben. Seine Anwälte sehen jedoch anders als die Staatsanwaltschaft den strafrechtlichen Tatbestand des Betrugs als nicht erfüllt an.

Der seit Monaten verzögerte Prozess vor dem Southwark Crown Court im Londoner Süden kam am Montag schon eine Stunde nach dem Start wieder ins Stocken. Zunächst müssen nun zwölf Jurymitglieder bestimmt werden. Sie sollen bis Freitag ausgesucht sein, so dass das Verfahren dann fortgesetzt werden kann. Es sind insgesamt mehrere Monate Prozessdauer veranschlagt.

Adoboli, der als 14-Jähriger als Sohn eines Diplomaten aus Ghana nach London gekommen war, saß fast neun Monate in Untersuchungshaft. Seit Juni ist er unter strengen Auflagen auf freiem Fuß. Unter anderem muss er eine elektronische Fußfessel tragen, anhand derer ihn die Behörden jederzeit aufspüren können.

Die Schweizer Bank wirft ihrem bisherigen Angestellten Adoboli vor, sogenannte Delta-One-Geschäfte mit sehr hohen Beträgen gemacht zu haben, die dafür vorgeschriebenen Absicherungsgeschäfte aber frei erfunden zu haben. Auf diese Weise rutschte er immer tiefer in die roten Zahlen und musste immer risikoreicher zocken. Warum der junge Händler dabei nicht ertappt wurde, ließ die Bank bis heute offen.

Kweku Adoboli reiht sich in andere große Fälle von betrügerischer Zockerei bei großen Banken ein. Nick Leeson hatte Mitte der 1990er Jahre die britische Baring Bank sogar in den Ruin getrieben - damals reichten dafür Verluste in Höhe von unter einer Milliarde Euro aus. Der Franzose Jérome Kerviel erleichtete die Bank Sociéte Generale sogar um fünf Milliarden Euro. Beide mussten lange Gefängnisstrafen absitzen. Adoboli drohen ebenfalls bis zu zehn Jahre Haft.

dpa

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