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08:02 14.04.2018
Von Jan von Schmidt-Phiseldeck
Die zehn größten Unternehmen erzielen mehr als 50 Prozent des Gesamtumsatzes. Quelle: Lina Schlapkohl
Kiel

„Es gibt kaum noch Flächenzuwachs, dafür aber zunehmend Übernahmen“, bestätigt Mareike Petersen vom Handelsverband Nord. Kleinere Unternehmen hätten dennoch gute Chancen, mit spezialisierten Sortiment und gutem Service zu punkten. Hermann Brocke, Seniorchef des gleichnamigen Kieler Möbelhauses, bedauert die Übernahme: „Ich freue mich wirklich nicht, dass wieder ein selbstständiges Unternehmen weg ist – diese Art Konkurrenz hat uns allen gutgetan.“ Es gebe, sagt Brocke, „ein sichtbares Problem der Möbelhäuser in mittleren Größen“, welches er als Sandwichproblem bezeichnet.

"Die Karten werden neu gemischt"

Zwischen „übermächtig wachsenden Großen“ und „ziemlich resistenten Kleinen“ in speziellen Nischen würden derzeit an sich gesunde „Mittelgrößen erdrückt oder geschluckt, das macht sehr betroffen“. Deshalb habe sich Brocke vor zwei Jahren vom zweiten Standort Kiel-Mettenhof getrennt: „Nach der Ankündigung von Möbel Kraft, nach Kiel zu kommen, wurden die Karten neu gemischt.“ Gebaut wurde Möbel Kraft bisher nicht. Brocke dagegen will mit einem spezialisierten Angebot auf 550 Quadratmeter „in unserer Marktlücke mutig nach vorne schauen“.

Brügge-Chef spricht von unternehmerischer Verantwortung

Für Brügge-Geschäftsführer Philip Brügge bedeutet der Verkauf an die Würzburger Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Österreich dagegen „unternehmerische Verantwortung“. Angesichts der Marktentwicklung und des Strukturwandels habe sich das Unternehmen bereits im Jahr des 150-jährigen Jubiläums „gedanklich mit einem Verkauf beschäftigt“. Neben Dodenhof (Kaltenkirchen, 40 000 Quadratmetern) und Möbel Kraft (Bad Segeberg, 44 000) gehört Brügge mit 25 000 Quadratmetern Verkaufsfläche zu den großen drei Vollsortimentern. Ikea in Kiel erweitert gerade auf 22 000 Quadratmeter. Vor zwei Jahren sagte Philip Brügge noch: „Das weitere Umsatzwachstum bleibt die größte Herausforderung.“

Onlinehandel verschärft den Wettbewerb

Verschärft wird der Wettbewerb, weiß Handelsexpertin Petersen, vom zunehmenden Internethandel (derzeit etwas über acht Prozent Marktanteil), aber auch von ausländischen Möbelanbietern: „Der Import-Druck nimmt zu, es geht nur noch über große Stückzahlen und Preisverhandlungen.“ Diese Entwicklung führe unweigerlich zu weiterer Konzentration, „die Entwicklung ist nicht mehr umkehrbar“. 

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