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Musik aus dem Netz bringt Audio-Branche in Schwung

Elektronik Musik aus dem Netz bringt Audio-Branche in Schwung

Neue Audiosysteme mit Anschluss ans Heimnetzwerk verdrängen die gute alte Stereoanlage: Auf der Technik-Messe IFA sind Lautsprecher für Streaming-Dienste, Bluetooth-Boxen fürs Smartphone oder Kopfhörer ein großer Trend.

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Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit testet beim Eröffnungsrundgang der Internationalen Funkausstellung in Berlin einen Kopfhörer.

Quelle: Rainer Jensen

Berlin. "Audio zieht auf der IFA richtig an", hat Fiede Schillmöller vom kalifornischen Sound-Spezialisten Sonos beobachtet. Auch HiFi ist wieder ein Thema: "Wir freuen uns sehr, dass verstärkt auf Sound-Qualität geachtet wird", sagt der Vorstandschef des US-Herstellers Harman, Dinesh Paliwal.

Der Audiomarkt zeige neue Wachstumspotenzial, heißt es bei der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zur IFA. "Docking-Geräte und Kopfhörer boomen ebenso wie das aufkommende Audio-Streaming-Segment." Schlecht läuft nur das Geschäft mit MP3-Playern - deren Aufgaben erfüllen jetzt die Smartphones.

Beim Streaming - der Übertragung von Musik direkt aus dem Internet - stellt Pionier Sonos fest, dass es auf einmal zunehmend Konkurrenz gibt. Jetzt mischen bei den Lautsprecherboxen zum Einbinden ins heimische WLAN-Netz immer mehr auch Unternehmen wie Philips oder Samsung mit. Auch Loewe gab auf der IFA bekannt, neben dem TV-Geschäft verstärkt auf Audio zu setzen: "Wir haben im Moment drei Audio-Produkte im Angebot, in den kommenden 12 bis 18 Monaten werden es mindestens zehn sein", sagte Loewe-Chef Oliver Seidl.

"Jetzt sehen wir mehr Konkurrenz und das hilft uns, gemeinsam diesen Markt auzfzubauen", sagt Sonos-Manager Schillmöller. "Der ganze Bereich befindet sich in einem radikalen Wandel, da werden sich auch neue Player entwickeln, von denen wir noch nichts wissen. Sonos werde auch in diesem Jahr die Zahl der Kunden verdoppeln. Inzwischen gebe es Sonos-Systeme weltweit in 1,5 Millionen Räumen.

Während sich Sonos weiter auf das Musikhören in der Wohnung konzentrieren will, setzen andere Hersteller auf die spontane Party unterwegs. Gleich mehrere Anbieter zeigen auf der noch bis Mittwoch dauernden Messe handliche Lautsprecherboxen, die sich im Nu über die Funktechnik Bluetooth mit dem Smartphone verbinden und dann jede Musik von dort abspielen - die darauf gespeicherten Titel ebenso wie Musik aus dem Netz von Plattformen wie Spotify oder Soundcloud.

"Das Musikhören hat sich noch nicht so weit entwickelt wie andere Aspekte unseres digitalen Lebens", sagt Bandar Atabi vom Londoner Unternehmen Jawbone. Dessen bereits im November 2010 eingeführte Jambox gibt es inzwischen auch eine Nummer größer mit einem satten Bassklang. Bluetooth habe den Vorteil, dass es sehr viel weniger Strom verbrauche, heißt es am IFA-Stand des dänischen Herstellers Jabra. Ähnliche Geräte mit integriertem Akku und einem robusten Gehäuse gibt es unter anderem auch von TDK.

Aufs mobile Musikhören im Auto setzt HiFi-Spezialist Harman. "Viele Leute verbringen jede Woche 15 bis 18 Stunden pro Woche im Auto", sagt Vorstandschef Paliwal. Ihnen wolle Harman den gleichen Qualitätssound bieten wie im Haus. Auf der IFA hat Harman direkt unterm Funkturm einen 3er BMW hingestellt, der "dank DSP Mehrkanalverstärker und 16 Lautsprechern kompromisslosen Sound mit der Atmosphäre und Klangtreue eines Live-Auftritts" verspricht.

Beim Streaming wird die Musik zum Teil stark komprimiert, um die übers Internet zu übertragende Dateimenge möglichst gering zu halten. Um die damit verbundenen Qualitätseinbußen so gering wie möglich zu halten, setzen Hersteller wie Harman und Sonos auf eigene Software, die die eintreffenden Audiosignale für eine möglichst optimale Wiedergabe an die jeweils eingesetzte Hardware anpasst. "Wir sehen einen starken Trend zu besserer Qualität bei Streaming-Diensten", sagt Schillmöller. Deswegen hält er auch nicht so viel von den Bluetooth-Geräten - diese Technik sei nicht ideal für die Übertragung von Musik. "Und es gibt sogar Leute, die hören den Unterschied zwischen verschiedenen Stromkabeln."

dpa

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