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17:45 28.09.2012

Das teilte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, am Freitag in Berlin mit. "Der Krankenkassen-Navigator bietet allen Niedergelassenen die Möglichkeit, das Verhalten der Kassen im täglichen Praxisalltag zu bewerten." Die Ärzte drehen somit den Spieß um: Bisher können Versicherte im Internet Ärzte bewerten. Die Internet-Bewertungen sind allgemein einsehbar.

Bislang erfahren die Patienten laut KBV kaum, ob ihr Arzt von der Kasse reibungslos unterstützt wird. Noten soll es geben in Rubriken wie Therapiefreiheit, Bürokratie oder Service. Auch freie Kommentare sollen möglich sein. Ärzte müssen bei der Registrierung ihren Namen und ihre Arztnummer angeben. Diffamierende Inhalte werde es nicht geben. Kassen sollen ab mindestens zehn Ärzte-Bewertungen im geplanten Ranking aufgeführt werden.

Angesichts massiven Unmuts bei den Ärzten sollen die Mediziner bis Ende des Jahres zudem darüber abstimmen, wie sie sich ihre Zukunft gegenüber den Kassen vorstellen. Ärztefunktionäre beklagten zuletzt verstärkt, die Mediziner würden gegängelt und ungenügend bezahlt. Bei der geplanten Befragung soll es um die weitere Zusammenarbeit mit den Kassen gehen.

Somit stellen die Ärzte nach fast 100 Jahren ihren Auftrag infrage, die medizinische Versorgung gemeinsam mit den Kassen abzusichern. Bei der Befragung könne herauskommen, dass die Ärzte zufrieden sind, dass sie klarere Bezahlregeln und weniger Kassen-Vorgaben wollen oder dass sie aus dem heutigen Kassensystem aussteigen wollen. Köhler: "Wir wollen wieder feste und kostendeckende Preise für alle Leistungen." Die Befragung solle es geben, egal wie der aktuelle Honorarstreit mit den Kassen ausgeht.

Am kommenden Donnerstag gehen die Verhandlungen zwischen Ärzten und Kassen in eine neue Runde. Die Ärzte sollen kommendes Jahr nach bisherigem Verhandlungsstand rund 900 Millionen Euro mehr bekommen, gefordert hatten sie 3,5 Milliarden Euro. Für die kommenden Wochen hatten freie Ärzteverbände Demonstrationen und Praxisschließungen angekündigt. Etwa in Thüringen blieben am Freitag bereits viele Praxen geschlossen.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) rief Ärzte und Kassen zur Einigung auf. "Gegenseitige Vorwürfe in den Verhandlungen helfen nicht weiter", sagte Bahr der "Passauer Neuen Presse" (Freitag). Kassen und Ärzte müssten zu einem fairen Ergebnis kommen. "Sonst brauchen wir die Selbstverwaltung nicht mehr."

dpa

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