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Wirtschaft Neumünster: Bei Sauer-Danfoss knirscht es mächtig im Getriebe
Nachrichten Wirtschaft Neumünster: Bei Sauer-Danfoss knirscht es mächtig im Getriebe
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17:15 17.03.2009
Neumünster

Der von dem Kieler Unternehmer Klaus Murmann gegründete Spezialmaschinenbauer, der sich inzwischen mehrheitlich im Besitz der dänischen Danfoss A/S (Nordborg auf Alsen) befindet, weist - auf der Basis vorläufiger Zahlen - bei einem um sechs Prozent auf 2,09 Milliarden Dollar gestiegenen Umsatz für 2008 einen Nettoverlust von 39,1 Millionen Dollar (= 0,81 Dollar je Aktie) aus, nachdem im Jahr zuvor ein Gewinn von 47,2 Millionen Dollar (= 0,98 Dollar) erwirtschaftet worden war.Noch düsterer ist die Prognose. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen, das zu den Weltmarktführern bei hydraulischen, elektrischen und elektronischen Systemen und Komponenten vorwiegend für den Einsatz in mobilen Arbeitsmaschinen zählt, einen Umsatzeinbruch von 30 bis 40 Prozent und einen Verlust je Aktie zwischen 1,60 und 2,40 Dollar. Darin werden 40 bis 60 US-Cents für Personalabbau und Restrukturierungen enthalten sein, heißt es in einem Überblick.Auf Art und Umfang dieser Maßnahmen ging das Unternehmen nur in groben Zügen ein. Weltweit wird die Krise 2200 Arbeitsplätze kosten. Zum Teil sind sie bereits abgebaut. Massiv getroffen wird das Werk in Nordborg, wo nach zwei Restrukturierungsrunden im letzten Jahr aktuell noch einmal 330 Jobs gestrichen werden. Vergleichsweise glimpflich kommt das Neumünsteraner Stammwerk mit seinen 750 Mitarbeitern davon. Die Leiharbeiter sind dort bereits abgebaut und befristetete Arbeitsverträge werden nicht verlängert, aber die Stammbelegschaft kann wegen der Beschäftigungselastizität, die von den Arbeitszeitkonten ausgeht, gehalten werden. Weltweit beschäftigte Sauer-Danfoss am Jahresende 9600 Mitarbeiter.Komplett verhagelt hat das zurückliegende Jahr das vierte Quartal. In diesem Zeitraum brach der Auftragseingang um 62 Prozent ein, so dass sich Sauer-Danfoss am Jahresende noch auf einen Auftragsbestand von 743,7 Millionen Dollar (minus 18 Prozent) stützen konnte. Konzernchef Sven Ruder kommentierte die Lage des Unternehmens so: „Auf unseren Märkten herrscht ein großes Maß an Unsicherheit, die die Kunden dazu veranlasst hat, ihre Werke zum Jahresende länger zu schließen und Bestellungen kurzfristig zu verschieben oder zu stornieren.“Zugleich wurden im Schlussquartal Sonderabschreibungen auf den Firmenwert (22,9 Millionen Dollar) sowie auf langlebige Wirtschaftsgüter (49,3 Millionen Dollar) erforderlich, so dass allein in den letzten drei Monaten ein Nettoverlust von 100,6 Millionen Dollar anfiel.Zur Refinanzierung des zum Jahresende von 43 auf 51 Prozent gestiegenen Verschuldungsgrades vereinbarte das Unternehmen vor wenigen Tagen mit der Danfoss A/S ein Darlehen mit einer Kreditlinie von 490 Millionen Dollar. Zur Kapitalerhaltung wird das Unternehmen die Quartalsdividende bis auf Weiteres aussetzen.

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