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Wirtschaft Land sucht 20 Lehrer für Flüchtlinge
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12:13 13.02.2018
Von Thorsten Geil
Koch-Azubi Mahdi Sayed Hosseini zeigt Ministerin Karin Prien (Mitte) und Margit Haupt-Koopmann, wie fix er eine Ananas schälen kann. Quelle: Thorsten Geil
Neumünster

Die Zahl der jungen Flüchtlinge, die in Schleswig-Holstein eine Berufsausbildung beginnen, hat sich 2017 von 106 auf 319 verdreifacht. Oft sind sie fachlich gut, haben aber in der Berufsschule Probleme mit der deutschen Sprache, spätestens bei der Gesellenprüfung. Um die Quote der erfolgreichen Abschlüsse zu erhöhen, haben das Bildungsministerium, die Agentur für Arbeit, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und die Berufsschulen eine Kooperation gestartet.

Das Ministerium stellt landesweit 20 zusätzliche Stellen für Berufsschullehrer bereit. Wenn sie gefunden und eingestellt sind, sollen sie bis August nach und nach die Arbeit aufnehmen, möglichst auf das ganze Land verteilt. Sie sollen dann den Unterricht mit den Azubis nacharbeiten und sie speziell auf die Prüfungen vorbereiten. Zusätzlich bekommen Flüchtlinge seit Anfang Februar pro Woche vier Stunden zusätzlichen Deutsch-Unterricht. Das BAMF finanziert die Sprachkurse und die Agentur für Arbeit verschiedene Einstiegsqualifizierungen. Das sind beispielsweise Langzeitpraktika, die bis zu einem Jahr dauern können.

Über diesen Weg ist Mahdi Sayed Hosseini (24) an eine Lehrstelle als Koch im Hotel Prisma in Neumünster gekommen. Der junge Mann floh 2015 aus seiner Heimat in Afghanistan über die Balkanroute und kam hier ohne Deutschkenntnisse an. Er überzeugte den Hoteldirektor Burghard Wesselmann bei einem Casting des Hotel- und Gaststättenverbands Neumünster und machte ein langes Praktikum. Jetzt ist er Koch-Azubi im Prisma und macht sich dort sehr gut; auch Deutsch spricht er schon. Wesselmann: „Bei uns im Haus wird ausschließlich Deutsch gesprochen, auch wenn zwei Landsleute miteinander sprechen. Das verlangen wir, und dabei lernen die Mitarbeiter auch am besten.“

Mahdi Sayed Hosseini ist sehr zufrieden und dankbar für die Chance. Seine weiteren Pläne in Deutschland? „Ich möchte erst mal ein richtiger Koch werden und danach weiter am Ball bleiben. Ich habe noch viel zu lernen“, sagt der junge Mann. Bildungsministerin Karin Prien hörte das gerne: „Herr Hosseini ist sicherlich ein positives Beispiel. Aber die jungen Leute müssen sich auch anstrengen.“

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