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Plakataktion: Hamburger entschuldigen sich

Windmesse Plakataktion: Hamburger entschuldigen sich

„See you in Hamburg“ — mit diesem Plakatspruch warb die Hamburger Messe in Husum. Das sorgte dort mitten im Streit um den Standort der Windenergiemesse für Verärgerung. Nun kam der Rückzieher.

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Stein des Anstoßes: Ein Plakat, das nach Hamburg einlud.

Quelle: dpa

Husum/Hamburg. Im Standortstreit zwischen Hamburg und Husum um die Windenergiemesse haben sich die Hamburger für eine Plakataktion entschuldigt. Kurz vor der Windenergiemesse in Husum hatten die Hamburger in der nordfriesischen Kreisstadt Plakate mit dem Slogan „See you in Hamburg“ aufstellen lassen. Sie waren gezielt an Aussteller und Besucher der Husumer Windmesse gerichtet und hatten in Husum für Verärgerung gesorgt. Nun kündigte die Messegesellschaft Hamburg an, die Plakate schnellstmöglich zu überkleben.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) nahm die Aktion mit Humor. „Die Plakate zeigen: Hamburg hat erkannt, dass Husum ein optimaler Standort ist, um für Windenergieprodukte zu werben“, sagte er am Abend. „Das begrüßen wir in Schleswig-Holstein natürlich. Hamburg ist eine tolle Stadt und es bietet sich geradezu an, nach einem erfolgreichen Messetag in Husum das große Kulturangebot in der Hansestadt zu nutzen.“

Nach Angaben der die Messegesellschaft Hamburg war die Werbung schon vor Monaten gebucht worden: Lange bevor die Mediationsgespräche zwischen der Hamburg Messe und Congress GmbH und der Husumer Wirtschaftsgesellschaft begonnenen hätten, wie der Unternehmenssprecher der Hamburg Messe und Congress GmbH, Karsten Broockmann, betonte. „Wir bedauern das unglückliche Zusammentreffen der schon langfristig eingebuchten Plakatierung mit den seit wenigen Wochen laufenden Gesprächsterminen.“

Von einer beispiellosen Unverschämtheit hatte der Kieler CDU-Fraktionschef Johannes Callsen gesprochen. „Plakatflächen an Messen werden nicht von heute auf morgen gebucht“, meinte er. Schon als die Hamburger Messegesellschaft in eine Mediation unter Moderation der Unternehmensverbände einwilligte, müsse die Plakataktion zumindest geplant gewesen sein. Der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz lasse Ministerpräsident Torsten Albig (beide SPD) wie einen dummen Schuljungen aussehen, befand Callsen. Albigs „Strategie der warmen Worte“ gegenüber Hamburg in Sachen HusumWind habe völlig versagt.

Die Hamburger wollen die erfolgreiche Veranstaltung ab 2014 in die Hansestadt holen. Husum ist „Erfinder“ der Windenergiemesse. Als „Husumer Energietage“ startete die Veranstaltung im Jahr 1989. Die Kombination aus Messe und Kongress gilt mittlerweile als internationale Leitmesse der Windenergie-Branche. Sie läuft alle zwei Jahre im Wechsel mit der Hannovermesse.

dpa

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