Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Wirtschaft Preisabsprachen in China: Hohe Geldstrafen für Milchhersteller
Nachrichten Wirtschaft Preisabsprachen in China: Hohe Geldstrafen für Milchhersteller
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 07.08.2013
Der Ansturm chinesischer Eltern auf ausländische Säuglingsmilch hat die Preise steigen lassen. Quelle: Shen Xiang/Archiv
Peking

Die Unternehmen hätten eingeräumt, gegen chinesisches Kartellrecht verstoßen zu haben, teilte die Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) am Mittwoch in Peking mit.

Für den Vertrieb ihrer Produkte hätten sie Mindestpreise festgelegt, was Babymilch für chinesische Verbraucher verteuert habe. Die Strafen machten zwischen drei und sechs Prozent des Umsatzes aus. Bestraft wurden Biostime mit Sitz in Hongkong, Mead Johnson und Abbott aus den USA, Dumex vom französischen Danone-Konzern, FrieslandCampina aus den Niederlanden und Fonterra aus Neuseeland.

Drei weitere Unternehmen entgingen Strafen: Wyeth Nutrition vom Schweizer Nestle-Konzern, die chinesische Firma Beingmate und Japans Meiji Dairies. Sie hätten aktiv in den Ermittlungen mitgearbeitet. Auch hätten sie "wichtige Beweise" geliefert und aktiv ihre "unzulässigen Praktiken" korrigiert, teilte die oberste Wirtschaftsbehörde mit. Nach Beginn der Untersuchungen hatten einige der Firmen bereits ihre Preise in China gesenkt.

Fonterra, der weltgrößte Milchproduktexporteur, steht ohnehin wegen einer Verseuchung von Molke-Proteinen in der Kritik. Auch wirft seine Informationspolitik weitere Fragen auf. So wurden Behörden erst mit vier Monaten Verspätung informiert. Schon im März gab es Hinweise auf Bakterien in einem Proteinkonzentrat, die die lebensgefährliche Lebensmittelvergiftung Botulismus auslösen können. Das Konzentrat wurde auch in Babymilch verwendet.

Ausländisches Milchpulver ist in China besonders seit dem Skandal 2008 um verseuchte chinesische Milch sehr gefragt. Damals war Milch mit der gefährlichen Chemikalie Melamin gepanscht worden, um einen höheren Proteinwert vorzutäuschen. Mindestens sechs Säuglinge starben und rund 300 000 erlitten Nierenleiden. Der Ansturm auf ausländisches Babymilchpulver hat die Preise steigen lassen und auch schon zu Engpässen in anderen Ländern geführt.

Branchenkenner spekulierten, ob die kartellrechtlichen Ermittlungen ein Versuch waren, die angeschlagene einheimische Milchpulverindustrie gegenüber der ausländischen Konkurrenz zu stärken. Die zwangsläufigen Preissenkungen dürften allerdings die Differenz zu den chinesischen Produkten verringern, wodurch die ausländischen Hersteller eher noch mehr Marktanteile gewinnen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Aktienmarkt in Tokio hat heute heftige Verluste erlitten. In Folge einer Festigung des Yen und negativer Vorgaben aus den USA und Europa stürzte der Nikkei-Index erstmals seit dem 31. Juli unter die psychologisch wichtige Marke von 14 000 Punkten.

07.08.2013

Welche Nachrichten der Facebook-Freunde werden nach dem Einloggen prominent angezeigt, welche verschwinden im Nachrichtenstrom? Darüber entscheidet eine mathematische Formel, über die das Netzwerk bisher wenig verraten hat.

07.08.2013

Dem insolventen Schlecker-Nachfolgers Dayli droht mit Ende der Woche das endgültige Aus, wenn bis dahin kein Investor gefunden wird. Eine Rabattaktion habe nicht mehr genug Geld in die Kasse gebracht, um die Läden weiter offen halten zu können: "Das erhoffte Umsatzplus ist zu gering ausgefallen, wir können mit dem Schließungsantrag leider nicht mehr länger warten", teilte der für die Fortführung des Unternehmens zuständige Insolvenzverwalter Thomas Zeitler am Mittwoch mit.

07.08.2013
Anzeige