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Wirtschaft Provinzial: Die Wellen schlagen hoch
Nachrichten Wirtschaft Provinzial: Die Wellen schlagen hoch
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08:00 06.09.2018
Von Ulrich Metschies
Knapp 1000 Menschen arbeiten hier: Provinzial-Standort Kiel. Quelle: vr: Volker Rebehn
Kiel.

Die Provinzial versicherte am MIttwoch hingegen: „Der Standort Kiel ist absolut sicher.“ Die Kritik der Gewerkschaft sei „absolut unberechtigt“. Auf die Frage, ob es in Kiel einen Stellenabbau geben werde, äußerte sich ein Sprecher ausweichend: „Natürlich wird es Synergieeffekte geben.“ Medienberichten zufolge soll die Verschmelzung 500 der insgesamt 5000 Arbeitsplätze kosten, Kündigungen seien jedoch nicht geplant. Das Unternehmen dementierte diese Angaben jedoch umgehend.

Verdi: Öffentlicher Auftrag muss gesichert werden

Per Pressemitteilung kündigte Verdi gestern Widerstand gegen die Fusionspläne an. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir die Unterstützung der Belegschaften zur Wahrung und Durchsetzung der Beschäftigteninteressen im Falle einer Fusion benötigen – bevor Tatsachen geschaffen werden“, sagte Verdi-Fachbereichsleiter Frank Schischefsky. Personalabbau dürfe nicht Ziel einer Fusion sein. Der öffentliche Auftrag sowie die Regionalität müssten gesichert werden. Die Gewerkschaft warf Eigentümern und Unternehmensvorstand erneut vor, trotz anderslautender Vereinbarungen die Arbeitnehmerseite nicht an den Verhandlungen beteiligt zu haben.

Auch Haus & Grund in Sorge

„Ich sehe die Fusion mit Sorge“, sagte Alexander Blažek, Vorsitzender von Haus & Grund Schleswig-Holstein. Der Eigentümerverband sei seit über 80 Jahren Partner der Provinzial: „Schon durch die Fusion mit Münster haben wir feststellen müssen, dass die Entscheidungen zunehmend in Westfalen getroffen werden“, so Blažek. Zudem sei die Kommunikation umständlicher geworden, weil der zuständige Vorstand in Münster ansässig sei. Über einen Rahmenvertrag sind rund 40000 der insgesamt über 68000 Verbandsmitglieder bei der Provinzial versichert.

Buchholz hat Verständnis für Fusionspläne

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) zeigte angesichts des verschärften Wettbewerbs auf dem Versicherungsmarkt Verständnis für eine Fusion. Sofern jedoch der Standort Kiel „nennenswert betroffen sein sollte“, werde sich die Landesregierung gegenüber den Anteilseignern der Provinzial, insbesondere gegenüber dem Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein, „dafür einsetzen, dass hier zentrale Geschäftsbereiche erhalten und möglichst viele Mitarbeiter in Kiel bleiben können“.

Am Dienstag hatten sich die Eigentümer beider Unternehmen mit zusammen mehr als 5000 Mitarbeitern auf Eckpunkte einer Fusion verständigt, die zum 1. Januar 2019 wirksam werden soll. Durch die Verschmelzung entstünde der bundesweit größte öffentliche Sach- und Lebensversicherer mit einem Beitragsvolumen von fast sechs Milliarden Euro.

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