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Wirtschaft Gewerkschaft sagt Fusion Kampf an
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09:09 14.06.2018
Von Ulrich Metschies
Die Provinzial in Kiel hat rund 1000 Mitarbeiter. Quelle: Volker Rebehn (Archiv)
Kiel/Münster

Grund: Die Arbeitnehmerseite fühlt sich von den Eigentümern hintergangen, nachdem die Aufsichtsratsvorsitzende und Sparkassenvertreterin Liane Buchholz der „Süddeutschen Zeitung“ den 1. Januar 2019 als Zielmarke für die Verschmelzung genannt hatte. Von der Fusion sind allein in Kiel rund 1000 Mitarbeiter betroffen. Nun fürchtet Verdi, „dass hinter dem Rücken und zulasten der Beschäftigten ein Deal gemacht werden soll“. Das werde man „zu verhindern wissen“.

Dem Blatt zufolge sind wesentliche Pflöcke für den milliardenschweren Zusammenschluss bereits eingeschlagen. Demnach soll das neue Unternehmen einen Doppelsitz in Münster und Düsseldorf haben und als Aktiengesellschaft firmieren. „Wir sind sehr zornig und auch entsetzt, denn wir haben uns darauf verlassen, dass jeder Schritt in diesem Verfahren offen, transparent und abgestimmt mit der Arbeitnehmerseite erfolgt,“ heißt es in einer Erklärung der Verdi-Sprecher Frank Fassin (NRW) und Frank Schischefsky (Verdi Nord). „Wir werden unseren Kurs jetzt neu bestimmen.“

Zeitplan könnte ins Wanken geraten

Damit könnte der Zeitplan für das Fusionsvorhaben ins Wanken geraten. Beide Sparkassenversicherer verdienen zwar noch gutes Geld, doch der scharfe Wettbewerb, die niedrigen Zinsen und enorme Investitionen in die Digitalisierung verstärken den Fusionsdruck. Während der genossenschaftliche Finanzsektor seit Jahren nur noch einen zentralen Versicherer hat, gönnen sich die Sparkassen elf öffentliche Versicherungsunternehmen.

Um Arbeitsplätze zu sichern, fordert Verdi klare Aussagen zu Kündigungsschutz und Tarifverträgen. Zudem müsse der öffentliche Auftrag der Provinzial dauerhaft festgeschrieben werden.

Nicht der erste Anlauf

Bei der Provinzial in Münster hieß es, die „Gespräche und Prüfungen laufen intensiv und unverändert ergebnisoffen“. Zu einem möglichen Zeitplan sowie zu Rechtsformen, Standort- und Bewertungsfragen im Zusammenhang mit einer möglichen Fusion seien „noch keine Entscheidungen gefallen“. In einem Brief an die mehr als 6000 Mitarbeiter heißt es: „Es gibt derzeit keine Standortrisiken, alles andere wäre Stimmungsmache.“ Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen blieben bei einer Fusion unverändert gültig.

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Anläufe für eine Provinzial-Fusion gegeben. Als 2012 Pläne der Allianz für eine Übernahme der Versicherung bekannt wurden, hatte ein öffentlicher Sturm der Entrüstung dieses Vorhaben vereitelt.

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