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Wirtschaft Büchsenmacher im Norden sind sauer
Nachrichten Wirtschaft Büchsenmacher im Norden sind sauer
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07:00 13.12.2017
Von Jan von Schmidt-Phiseldeck
Uwe Janz, Seniorchef der Firma Janz Präzisionstechnik mit 20 Mitarbeitern, stellt in Malente Revolver für den Weltmarkt her. Er versteht nicht, warum das Beschussamt in Eckernförde geschlossen wirde. Quelle: Jan v. Schmidt-Phiseldeck
Kiel

Diese Nachricht der Eichdirektion Nord hat die etwa 25 Hersteller von Sportwaffen im Norden in Aufregung versetzt: Weil die sogenannte Beschussstelle in Eckernförde als nachgelagerte Behörde der Eichdirektion zum Jahresende geschlossen werden soll, müssen die Büchsenmacher die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Haltbarkeitsprüfung ihrer Waffen in Süddeutschland – dem Sitz des nächsten Beschussamtes – durchführen. Ein Unding, sagt etwa Büchsenmacher Uwe Janz aus Malente: „So sieht keine Wirtschaftsförderung aus.“

Büchsenmacher spricht von Wettbewerbsverzerrung

Sein Berufskollege Dirk Johannsen, Chef eines Waffengeschäfts aus Neumünster, geht noch weiter: „Das ist Wettbewerbsverzerrung, wenn dort die Firma Sig Sauer alleine weiter beschießen lassen darf.“ Zum Hintergrund: Der amtliche Beschuss von zivilen Waffen, also die technische Überprüfung von Waffen mit überdimensionierter Munition, dient der Sicherheit des Benutzers und des Verkäufers gleichermaßen. Erst wenn eine Waffe oder deren Teile in Schleswig-Holstein ein winziges eingeschlagenes Siegel in Form eines Nesselblattes ziert, dürfen sie verkauft werden.

Eichdirektion nennt Gründe für Schließung 

Herbert Weit, Technischer Vorstand der Eichdirektion Nord, sagt dazu: „Das Beschussamt in den Kelleräumen bei Sig Sauer ist nicht mehr auf dem Stand der Technik. Wir müssten richtig viel Geld in die Hand nehmen, damit Arbeitsschutz- und Sicherheit gewährleistet sind.“ Zunächst würde aber das Ergebnis eines Gutachtens abgewartet, „derzeit ist das eine abgestufte Schließung“. Auch monetäre Gründe hätten bei der Entscheidung eine Rolle gespielt: „Die Auslastung ist nicht mehr dolle.“

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Sie sprechen von Wettbewerbsverzerrung und fehlender Wirtschaftsförderung: Büchsenmacher in Schleswig-Holstein hat die Entscheidung der Eichdirektion Nord kalt getroffen, künftig keine zivilen Waffen mehr im Norden überprüfen zu wollen.

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