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Wirtschaft Aus Eon Hanse wird HanseWerk
Nachrichten Wirtschaft Aus Eon Hanse wird HanseWerk
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20:10 30.09.2014
Von Paul Wagner
Der regionale Energieversorger Eon Hanse wird ab Oktober HanseWerk heißen. Quelle: dpa/ Armin Weigel
Quickborn

Mit ihrem neuen Namen Hansewerk will die bisherige Eon Hanse ihr Profil als regionaler Partner der Energiewende schärfen und sich unter neuer Flagge auf das Kerngeschäft mit Netzbetrieb und dezentraler Energieerzeugung konzentrieren. Die Tochter Eon Hanse Wärme erhält den Namen Hansewerk Natur. Die beiden zur Gruppe gehörenden Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz AG und Hamburg Netz GmbH behalten dagegen ihre regionale Namen. „Hanse“ stehe als Bündnis für Leistung und Erfolg im Norden; „Werk“ sei ein etablierter Begriff aus der Energiebranche, sagte Vorstandsvorsitzender Matthias Boxberger am Dienstag am Firmensitz in Quickborn.

„Entschieden wird die Energiewende in Berlin und Brüssel. Gemacht wird sie überall zwischen Büsum, Bargteheide und Bützow“, so Boxberger. Deswegen stehe der Netzbetreiber im windreichen Norden vor gewaltigen Investitionen. Bis 2016 will das Unternehmen jährlich drei 110000-Volt-Leitungstrassen, 80 neue und verstärkte Umspannwerke und Hunderte neue Ortsnetzstationen bauen. Dabei gelte es vor allem, die Schwankungen durch den unregelmäßigen Fluss der erneuerbaren Energien im Netz auszugleichen. Immerhin fließen in Schleswig-Holstein schon jetzt 90 Prozent des erzeugten Sonnen-, Wind- und Biomassestroms aus 32000 Anlagen durch die Netze der Unternehmensgruppe. Das entspricht bis zum Ende dieses Jahres einer Leistung von 6000 Megawatt; Ende des Jahrzehntes rechnen die Manager mit einer installierten Leistung von 12000 Megawatt. Um die Energieschwankungen leichter ausgleichen und den Strom besser ableiten zu können, hat das Unternehmen regelbare Ortsnetztransformatoren entwickelt, die automatisch auf Energiemengen reagieren.

„Um es mit einem Auto zu vergleichen: Statt Gangschaltung mit Zwischengas, haben wir ein modernes Automatikgetriebe eingebaut“, sagte Vorstandschef Boxberger. Zudem beschreite der Netzbetreiber mit einem so genannten Auslastungsmonitoring künftig neue Wege, um ungenutzte Reserven im Netz nutzen zu können. Dadurch könne die Netzkapazität in einzelnen Abschnitten um bis zu 50 Prozent gesteigert werden.

Im vergangenen Jahr erzielte die Eon Hanse AG ein Ergebnis von rund 90 Millionen Euro bei einem Umsatz in Höhe von 2,3 Milliarden Euro, sagte Finanzvorstand Andreas Fricke auf Nachfrage. Davon profitierten nicht zuletzt die etwa 200 Kommunen im Land, die Unternehmensanteile halten. Zusammen mit den elf schleswig-holsteinischen Kreisen, die ihre Unternehmensanteile jetzt auf fast ein Drittel aufgestockt haben, bekamen die Gemeinden in den vergangenen drei Jahren insgesamt 85 Millionen Euro Dividende ausgezahlt. Hinzu kommen Konzessionsabgaben in Höhe von 56 Millionen Euro, die der Netzbetreiber jährlich an diejenigen Gemeinden zahlt, in denen Strom- und Gasnetzte liegen. Zudem wurden 2013 mehr als eine Milliarde Euro Einspeisevergütung an die Erzeuger regenerativer Energien im Land ausgezahlt. Auch seien im vergangenen Jahr Aufträge im Wert von 110 Millionen Euro an Unternehmen aus der Region gegangen. Vor allem beim Leitungs-, Anlagen- und Tiefbau sowie bei Montagearbeiten setzte die Unternehmensgruppe auf norddeutsche Firmen.

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