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Wirtschaft Rhön-Übernahme vom Tisch: Fresenius gibt auf
Nachrichten Wirtschaft Rhön-Übernahme vom Tisch: Fresenius gibt auf
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17:26 03.09.2012
Fresenius war im Frühjahr unter anderem wegen der Störfeuer des Konkurrenten Asklepios mit dem Versuch gescheitert, Rhön-Klinikum für 3,1 Milliarden Euro zu übernehmen. Quelle: Frank Rumpenhorst

Der Grund: Auch bei einer neuen Offerte für Rhön hätte Fresenius nicht die unternehmerische Führung erlangt. Damit haben die Fresenius-Widersacher Asklepios und B. Braun ihr Ziel erreicht. Die Suche nach konstruktiven Lösungen sei gescheitert, erklärte Fresenius-Chef Ulf Schneider.

Er bedauerte, dass der Übernahmeversuch blockiert wurde. Ähnlich äußerte sich Rhön-Klinikum. Fresenius ließ sich allerdings eine Hintertür offen. Der Konzern kündigte an, den Anteil an Rhön von derzeit etwas unter fünf Prozent in "begrenztem Umfang" aufbauen zu wollen. Schon im Laufe des Tages sollten die fünf Prozent überschritten werden. Auf diesem Weg wollen sich die Hessen die "Handlungsmöglichkeiten im Hinblick auf eine weitere Konsolidierung im Krankenhausmarkt offen" halten. Asklepios und B. Braun halten ebenfalls jeweils etwas mehr als fünf Prozent.

Fresenius halte sich alle Optionen offen und werde Rhön gegen feindliche Übernahmeversuche verteidigen, sagte Fresenius-Chef Ulf Schneider bei einer Analystenkonferenz. Die Kosten für die Übernahmeschlacht bezifferte er auf einen einstelligen Millionenbetrag.

Fresenius hatte Rhön für 3,1 Milliarden Euro übernehmen und in die eigene Krankenhaustochter Helios integrieren wollen. Damit wäre der mit Abstand größte private Krankenhauskonzern Deutschlands entstanden mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro und etwa 80 000 Beschäftigten. Dieser Versuch war unter anderem an der hohen Annahmeschwelle von 90 Prozent gescheitert. Konkurrent Asklepios hatte den Deal auf der Zielgerade verhindert, indem er selbst im großen Stil Rhön-Aktien kaufte.

Bei einer neuen Offerte hätte sich Fresenius mit deutlich weniger Anteilen - etwas mehr als 50 Prozent - an Rhön-Klinikum zufrieden gegeben, wenn der Konzern die unternehmerische Führung bekommen hätten. Fresenius ging es dabei dem Vernehmen nach vor allem um die Besetzung des Aufsichtsrats und des Vorstands.

"Leider konnte keine hinreichend verlässliche Grundlage für die Verwirklichung der unternehmerischen Ziele geschaffen werden", erklärte Fresenius. "Die Rahmenbedingungen bei Rhön-Klinikum sind nicht so, dass wir die Führung des Unternehmens sicher haben", sagte ein Unternehmenssprecher. Entsprechend sei eine Milliardeninvestition zu riskant und nicht vertretbar. Gerüchte und Spekulationen, wonach Vorstandschef Schneider eine mögliche neue Offerte mit seinem Schicksal bei Fresenius verbunden habe, wies ein Sprecher zurück: "Da ist nichts dran", sagte er.

Da viele Investoren bis zuletzt auf eine neue Offerte der Bad Homburger gesetzten hatten, stürzte die im MDax-notierte Rhön-Aktie am Vormittag um 20 Prozent ab. Das Fresenius-Papier profitierte dagegen von dem Rückzug und setzte sich mit einem Plus von zwei Prozent an die Dax-Spitze.

dpa

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