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Wirtschaft Rönner scheint aus dem Rennen: Montag geht's um die Zukunft von HDW
Nachrichten Wirtschaft Rönner scheint aus dem Rennen: Montag geht's um die Zukunft von HDW
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14:06 04.01.2012

Hintergrund sind nach Informationen der Kieler Nachrichten zunehmende Zweifel der ThyssenKrupp-Führung am unternehmerischen Konzept von Rönner. Die auf Metallbau spezialisierte Firmengruppe mit Sitz in Bremerhaven will, wie berichtet, erhebliche Flächen, mehrere Hallen sowie das große Dock 8 einschließlich des symbolträchtigen Portalkrans von HDW übernehmen, um in Kiel Schiffssektionen zu bauen. Dazu sollten rund 180 Mitarbeiter der unter extremer Auftragsflaute leidenden Handelsschiffbausparte HDW Gaarden übernommen werden. Offiziell steht dieser Deal für Montag zwar noch auf der Tagesordnung des TKMS-Aufsichtsratssitzung in Hamburg, doch Beobachter erwarten, dass das Thema Rönner so gut wie vom Tisch ist. Während das Konzept der Siag Schaaf Industrie AG zur Production von Windkraftanlagen in Emden als tragfähig eingestuft wird, gelten die Kieler Pläne von Rönner als nicht sonderlich zukunftsfähig. „Allein mit einfachem Stahlschiffbau ist von Deutschland aus der Wettbewerb nicht zu gewinnen - das können Polen oder Rumänen billiger“, sagt HDW-Betriebsratschef Ernst Kiel. Die Kapazitäten, von denen TKMS sich in Kiel trennen wolle, seien für die Pläne von Rönner „zehn Nummern zu groß“.Für die betroffenen Mitarbeiter wäre eine Übernahme durch Rönner zudem mit erheblichen finanziellen Einschnitten verbunden: Der innerhalb der Gruppe gezahlte Lohn liegt rund 40 Prozent unterhalb des HDW-Verdienstes. ThyssenKrupp würde zwar einerseits gerne Überkapazitäten bei HDW abbauen, will sich andererseits jedoch die Möglichkeit erhalten, auch künftig in Kiel Stahlkaskos größerer Militärschiffe zu bauen. Doch der Konzern zweifelt offenbar daran, dass Rönner in der Lage ist, die dafür erforderlichen, gut ausgebildeten Mitarbeiter zu halten.Doch auch, auch wenn HDW seine Produktionskapazitäten behält, gibt es für die Mitarbeiter keinen Grund zum Jubeln. Denn gegenwärtig ist nicht in Sicht, dass sich an der Unterauslastung im Handelsschiffbau etwas ändert. Bis Ende März kommenden Jahres gilt noch die tarifvertraglich vereinbarte Arbeitsplatzgarantie - doch danach könnte es betriebsbedingte Kündigungen geben. Angesichts des boomenden U-Boot-Geschäftes schätzt Betriebsratschef Kiel diese Gefahr vorerst jedoch nicht als sehr groß ein.Bei den Nordseewerken zogen gestern rund 3000 Demonstranten von der Werft in die Emder Innenstadt.. Die Beschäftigten wehren sich gegen die Pläne des Mutterkonzerns ThyssenKrupp, den Schiffbau am Standort Emden aufzugeben und stattdessen Windräder bauen zu lassen. Die Werft soll dazu zum 1. Oktober verkauft werden.Gemeinsam mit ihren Familien wollen HDW-Mitarbeiter Sonnabend ab 12 Uhr am Haupttor der Werft für den kompletten Erhalt des Schiffbaus in Kiel demonstrieren.

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