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Schlagabtausch unter Freunden

Start der WindEnergy Schlagabtausch unter Freunden

Sie kennen sich gut, sie schätzen sich persönlich, aber sie haben nicht die gleichen Interessen. Bei der Husumer Windenergie-Messe lieferten sich Umweltminister Peter Altmaier und der Kieler Ministerpräsident Torsten Albig einen intensiven Schlagabtausch.

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Fanden klare Worte bei der WindEnergy 2012: Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD, rechts).

Quelle: dpa

Husum. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) will bei der Energiewende das Heft in die Hand nehmen, mehr Führung zeigen und Orientierung geben. „Wir müssen stärker auf einer Koordinierung zwischen den einzelnen Beteiligten bestehen“, sagte Altmaier am Dienstag bei der Eröffnung der Windenergie-Messe in Husum. „Die Energiewende muss so organisiert werden, dass alles ineinandergreift. Das ist die Aufgabe des Bundesumweltministers.“

Altmaier hatte zuvor darauf hingewiesen, dass die Ausbauziele der einzelnen Bundesländer für die Windenergie addiert um 60 Prozent über denen des Bundes liegen. Es führe zu Problemen, wenn die norddeutschen Bundesländer die Windenergie ausbauen, um die Industriezentren im Süden zu versorgen, dort aber ebenfalls ausreichende Kapazitäten errichtet würden. „Deshalb brauchen wir ein Gesamtkonzept“, sagte Altmaier. „Darin müssen wir uns einigen, welche Windstrommengen garantiert abgenommen werden von den Regionen, die den Strom benötigen und darauf, in welchen zeitlichen Dimensionen der Windenergieausbau voran gehen soll“, sagte Altmaier auf der weltgrößten Fachmesse für Windenergie.

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hatte Altmaier bei der Eröffnungsveranstaltung heftig kritisiert. „Lassen Sie uns den Wind dort ernten, wo er weht“, sagte Albig. „Das ist hier in Schleswig-Holstein. Bremsen Sie unser Land nicht aus.“ Altmaier entgegnete, er habe nicht vorgeschlagen, die Windstrom-Produktion oder den Ausbau in Schleswig-Holstein zu drosseln. Bei der Energiewende solle nicht Nord gegen Süd, Ost gegen West, Onshore gegen Offshore oder Solar gegen Wind ausgespielt werden. Es sei aber unerlässlich, „systemische Lösungen“ für die Energiewende zu entwickeln.

Ein zweites Hauptthema war der Standortstreit mit Hamburg, das für 2014 zum gleichen Termin ebenfalls eine Windenergie-Messe angekündigt hat. „Was für ein Unsinn“, sagte Albig bei der Eröffnung. Die Husumer Messe sei mit mehr als 1100 Ausstellern stark wie nie zuvor. Der Versuch, eine Konkurrenzveranstaltung zu etablieren, sei verschwendete Energie. „Ihr werdet wieder scheitern“, sagte der Ministerpräsident in Richtung der Hamburger Messe. Gleichzeitig deutete er an, dass es nach der Messe weitere Gespräche mit Hamburg über die Zukunft geben könnte. Husum werde aber weiter eine Rolle spielen, 2014 ebenso wie 2016 und 2018.

Zu den wirtschaftlichen Perspektiven der Branche, die von den meisten Experten positiv eingeschätzt werden, nahm der Bundesverband Windenergie (BWE) eine zurückhaltendere Position ein. „Die Aussichten sind nicht so gut, wie hier gelegentlich gesagt wird“, bemerkte BWE-Präsident Hermann Albers. Er verwies auf Marktprobleme und politische Hindernisse in den großen Märkten USA, China und Spanien.

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Die Wogen schlagen hoch

Bundesumweltminister Altmaier dürfte bei der Eröffnung der internationalen Windenergiemesse am Dienstag in Husum für seine Forderung nach einer Drosselung des Windenergieausbaus wenig Beifall finden. Unterdessen kämpfen Husum und Hamburg weiter um die Messe.

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