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19:41 29.07.2015
Von Thomas Paterjey
Um den Ostseepark mit anderen Shoppingmalls zu vergleichen, wurden „nicht centertypische Flächen“ herausgerechnet. Konkret reduzierte sich die Fläche so von 162.260 Quadratmetern auf 110.000 Quadratmeter, die sogenannte Mietfläche. Quelle: Matthias Friedel
Kiel

Trotzdem rangiert das Raisdorfer Gewerbegebiet mit einer Fläche von 110000 Quadratmetern im diesjährigen Shoppingcenter-Report des Kölner EHI Retail Institutes auf Platz vier der größten Shoppingmalls in Deutschland.

Dass der Ostseepark ein Grenzfall ist, gesteht EHI-Experte Rainer Pittroff ein: „Wir haben bei der Auswertung der uns vorliegenden Daten schon hin und her überlegt.“ Letztlich erfülle das Areal aber die Definition, die das vom Handel getragene wissenschaftliche Institut zugrunde legt. „Shoppingcenter sind aufgrund zentraler Planung errichtete großflächige Versorgungseinrichtungen, die den kurz-, mittel- und langfristigen Bedarf decken und eine Mietfläche inklusive Nebenflächen von mindestens 10000 Quadratmetern aufweisen“, heißt es dazu recht sperrig im Report.

 Hinzu kommen weitere Kriterien: „Shoppingcenter sind geprägt durch eine räumliche Konzentration von Einzelhandels-, Gastronomie- und Dienstleistungsbetrieben unterschiedlicher Größe“, erläutert Pittroff. Auch ein großzügig bemessenes Angebot an Parkplätzen sowie ein zentrales Management, das etwa für gemeinschaftliche Werbung sorgt, gehörten dazu.

 Der Ostseepark selbst vermeidet den Begriff des Shoppingcenters. „Wir bezeichnen uns immer als größtes Fachmarktzentrum Deutschlands“, sagt Gesellschafter Hans-Peter Wohler-Schmidt. Vom Ambiente her am ehesten an eine Mall erinnert das zum Ostseepark gehörende Baltic-Center. Pläne für die Errichtung einer größeren Flaniermeile mit Aufenthaltsqualität gab es in der Vergangenheit bereits – um den Ausbau des Gewerbegebiets war jedoch auch immer wieder Streit entbrannt.

 Zuletzt hatte im Februar die Stadt Schwentinental eine sogenannte Veränderungssperre aufgehoben. Während Wohler-Schmidt davon spricht, das bestehende Angebot zu ergänzen, gibt es Kritik von der Stadt Kiel, der Baubehörde des Kreises Plön und der Landesplanung. Sie alle fürchten, dass ein Ausbau zu Lasten des Einzelhandels in Kiel, Preetz, Plön und Lütjenburg gehen könnte.

110.000 Quadratmeter Mietfläche

 Um den Ostseepark mit anderen Shoppingmalls zu vergleichen, hat das EHI „nicht centertypische Flächen“ herausgerechnet. Nicht berücksichtigt wurde beispielsweise das Areal eines Autohändlers. Konkret reduzierte sich die Fläche so von 162.260 Quadratmetern auf 110.000 Quadratmeter, die sogenannte Mietfläche. Ungewöhnlich seien entsprechende Bereinigungen nicht, erläutert Pittroff. Bei innerstädtischen Malls müssten meist die Flächen von Arzt- und Anwaltspraxen ausgeklammert werden.

 Das gute Abschneiden des Ostseeparks im Ranking beruht allein auf der Größe der Fläche. Andere Aspekte wie etwa die Zufriedenheit der Kunden oder die Anzahl der Shops spielen keine Rolle. Insgesamt 544 Einkaufzentren hat das EHI gelistet, darunter auch den Kieler Citti-Park. Dieser wird in dem Report als ein „klassisches Einkaufszentrum mit zwei Ebenen“ beschrieben – mit 53.770 Quadratmetern Mietfläche nicht einmal halb so groß wie der Ostseepark. Der wiederum wird als „Fachmarktzentrum auf der grünen Wiese“ mit einer Mall-Ebene klassifiziert. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer wird in Schwentinental mit ein bis zwei, im Citti-Park mit zwei bis drei Stunden angegeben. Die Datengrundlage für beide Häuser stammt in der aktuellen Fassung aus dem Jahr 2013.

 Noch nicht berücksichtigt in der Erhebung ist die Holstengalerie in Neumünster, die am 15. Oktober eröffnet werden soll. Die Immobilie der Otto-Tochter ECE wird laut EHI eine Mietfläche von 22.800 Quadratmetern haben. Bundesweit sei die Holstengalerie damit die fünftgrößte Mall-Neueröffnung in diesem Jahr.

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