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Wirtschaft Sig Sauer ab Februar in Kiel vor Gericht
Nachrichten Wirtschaft Sig Sauer ab Februar in Kiel vor Gericht
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18:31 04.12.2018
Sig Sauer produziert Waffen in Eckernförde. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Eckernförde/Kiel

Die drei Verantwortlichen der Firmengruppe Sig Sauer mit Stammsitz in Eckernförde sollen für die Ausfuhr von mehr als 47000 Pistolen in die USA zwischen April 2009 und April 2011 verantwortlich sein, von denen in der Folge mehr als 38000 in das Bürgerkriegsland Kolumbien weiterveräußert wurden. Wie das Gericht am Dienstag weiter mitteilte, wird die Hauptverhandlung voraussichtlich am 26. Februar 2019 beginnen und sich über mehrere Wochen erstrecken.

Die Pistolen sollen einen Verkaufswert von insgesamt mehr als 16 Millionen US-Dollar gehabt haben. Die zuständige Strafkammer geht von einer unerlaubten Ausfuhr von Gütern in 99 Fällen aus. Es drohen Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen. Ursprünglich hatte es fünf Angeklagte gegeben. Gegen zwei wurde das Verfahren abgetrennt und die Anklage gegen sie vom Gericht nicht zugelassen.

Sig-Sauer-Manager aus den USA in Deutschland festgenommen

Für Aufsehen gesorgt hat eine Festnahme im November 2018: Der Geschäftsführer des US-Schwesterunternehmens des deutschen Waffenherstellers Sig Sauer, Ron Cohen, ist im Oktober in Frankfurt verhaftet worden. Im Anschluss wurde er nach Kiel überstellt. Die Staatsanwaltschaft hatte im April Anklage gegen ihn wegen Waffenlieferungen nach Kolumbien erhoben.

Nach der Anklage der Staatsanwaltschaft Kiel soll es zwischen April 2009 und Juni 2012 mehr als 180 unrechtmäßige Lieferungen von Pistolen vom Typ SP 2022 oder entsprechende Versuche gegeben haben. Nach genehmigter Lieferung in die USA seien die Waffen dann nach Kolumbien geschickt worden, obwohl die für die Ausfuhr aus Deutschland erteilten Genehmigungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eine weitere Ausfuhr in das südamerikanische Land ausgeschlossen hätten. Bereits 2014 hatte die Staatsanwaltschaft Kiel Ermittlungen gegen Sig Sauer eingeleitet.

Die Strafkammer des Landgerichts Kiel kam dagegen zur Überzeugung, dass es angesichts eines firmeninternen Exportstopps im April 2011 danach keine Ausfuhrversuche mehr gab. Deshalb lehnte sie hierfür die Eröffnung des Hauptverfahrens ab.

Von KN/dpa

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