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Wirtschaft Spanien gründet Auffangbank
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21:51 31.08.2012
Rajoy kämpft, um die maroden Banken des Landes auf Sanierungskurs zu bringen. Nun gründet seine Regierung eine Auffangbank. Quelle: Susanna Saez/Archiv

In dieser Art "Bad Bank" sollen notleidende Immobilienkredite der Banken gesammelt werden.

Außerdem prüft die Regierung eine schnelle Finanzspritze des staatlichen Rettungsfonds Frob für die schwer angeschlagene Großbank Bankia. Die Entscheidung über die Hilfe müsse jedoch die Zentralbank treffen, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos. Bankia verbuchte im ersten Halbjahr einen Rekordverlust von 4,45 Milliarden Euro.

Die Auffangbank ist Teil einer Finanzreform von Ministerpräsident Mariano Rajoy. Es ist bereits der dritte Reformschritt, den die Regierung seit Antritt vor acht Monaten beschlossen hat. Damit kommt Spanien nach Angaben des Wirtschaftsministers den Verpflichtungen gegenüber der EU-Kommission für zugesagte Bankenhilfe bis zu 100 Milliarden Euro nach. Ziel sei es, die Kreditvergabe und das Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln und somit Arbeitsplätze zu schaffen.

Wirtschaftsminister de Guindos sagte, man dürfe eigentlich nicht von einer "Bad Bank" reden, weil die Kredite, die dorthin übergeführt werden sollen, "nicht so schlecht" seien. Die betroffenen Immobilien müssten binnen 15 Jahren verkauft werden. Der staatliche Bankenrettungsfonds Frob soll nach dem Willen der Regierung einen Anteil von nicht mehr als 50 Prozent an der Auffangbank haben. Ziel sei es, auch ausländische Investoren zu gewinnen.

Das im Mai verstaatlichte Geldhaus Bankia nannte als Grund für den Milliardenverlust in der ersten Jahreshälfte die tiefgreifenden Sanierung des viertgrößten Geldhauses Spaniens. Im selben Zeitraum wurden den Angaben zufolge knapp sieben Milliarden Euro von Bankia-Konten abgehoben.

Die Eurogruppe teilte zu den von Bankia veröffentlichten Zahlen mit, sie bestätigten die Wichtigkeit der im Juli zugesagten EU-Finanzhilfe von bis zu 100 Milliarden Euro. Wenn der Bankia-Vorstand die Restrukturierung wie geplant bis Oktober abschließe, könnten bereits im November Hilfen fließen. Bankia benötigt für eine Sanierung mindestens 23,5 Milliarden Euro.

Wirtschaftsminister de Guindos versicherte, es sei nicht notwendig, für die Rekapitalisierung von Bankia Hilfe der EU zu beantragen. Die Regierung prüfe eine schnelle Finanzspritze des staatlichen Rettungsfonds Frob. Der Frob verfügt zurzeit nur über ein Nettokapital von 4,1 Milliarden Euro.

Der spanische Zentralbank teilte mit, dass die durch die Bankenkrise beschleunigte Kapitalflucht im ersten Halbjahr einen Rekordstand erreicht habe. Insgesamt 219,8 Milliarden Euro seien abgezogen worden. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Land noch einen Kapitalzufluss von 22,5 Milliarden Euro verzeichnet.

Nach Angaben der spanische Banken-Vereinigung (AEB) hat sich der Gesamtgewinn der in Spanien angesiedelten Banken im ersten Halbjahr um 51,7 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro verringert. Hintergrund seien umfangreiche Rückstellungen für faule Kredite. Diese seien in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 64 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro gestiegen.

Schlechte Nachrichten gab es auch für Katalonien, die wirtschaftlich stärkte Region Spaniens. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) stufte die Kreditwürdigkeit der autonomen Region um zwei Stufen auf das Ramschniveau "BB" ab. Der Ausblick für das Rating ist negativ. Damit könnte Katalonien eine weitere Abstufung drohen.

dpa

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