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Wirtschaft Stadtbahn wird immer günstiger
Nachrichten Wirtschaft Stadtbahn wird immer günstiger
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10:53 13.09.2012
Von Ulf B. Christen
Ob die Stadtregionalbahn künftig fährt, wird 2013 entschieden. Quelle: KN-online

„Wir haben ein neues Angebot vorgelegt, dass es Kiel und dem Umland leichter macht, sich zu dem Projekt zu bekennen“, sagte Meyer nach dem 90-minütigen SRB-Gipfel im Wirtschaftsministerium. Unter dem Strich will das Land jährlich etwa 1,9 Millionen Euro mehr zahlen als nötig und so die finanziellen Bedenken im Umland etwas mildern.

Zu Hilfe kommt Meyer ein Rechenfehler der SRB-Planer. Sie korrigierten im Sommer wie berichtet den benötigten Gesamtzuschuss für die Bahn von 23,1 Millionen auf 14,6 Millionen Euro. Das Land hätte demnach statt 6,1 nur noch 4,2 Millionen Euro beisteuern müssen, will aber jetzt gleichwohl die Ursprungssumme zahlen.

Mit dieser Zusage steigt das Land zum größten Geldgeber auf, der gut 40 Prozent des SRB-Betriebsdefizits (bisher knapp 30 Prozent) übernimmt. Im Gegenzug sinken die Kosten für Städte und Kreise. Zahlen wollte Meyer nicht nennen. Vorläufige Berechnungen machen aber deutlich, wie stark das Land die Städte und Kreise entlastet.

Für die Stadt Kiel könnte der Zuschuss auf etwa 4,7 Millionen Euro im Jahr sinken. Ursprünglich waren es bis zu 9,8 Millionen Euro. Die Landeshauptstadt profitiert zudem von einer SRB-Klausel im Koalitionsvertrag der Dänen-Ampel. Demnach beteiligt sich das Land mit 25 Prozent (vorher 15) am Ausbau des Schienennetzes, der vor allem in Kiel erforderlich ist.

„Ich bin zufrieden mit dem Gespräch im Ministerium“, sagte Kiels derzeitiger Verwaltungschef Peter Todeskino (Grüne). Es sei davon auszugehen, dass Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) im Hintergrund einige Fäden gezogen habe. „Er hat sicherlich einen Tatbeitrag geleistet.“ Albig habe schon als OB für die SRB gefochten.

Für Neumünster könnte der Zuschuss dank des Landesangebots auf etwa 300000 Euro im Jahr sinken. Ursprünglich sollte die Stadt mehr als doppelt so viel zahlen. „Das ist eine gute Nachricht“, sagte Oberbürgermeister Olaf Tauras. „Wir denken wieder ernsthaft über die Stadtregionalbahn nach.”

Bewegung gibt es auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde, der für 1,6 Millionen Euro (ursprünglich bis zu 3,7 Millionen) in der Stadtbahn einsteigen könnte. „Wir begrüßen, dass uns das Land ein Stück entgegenkommt“, sagte Kreissprecher Martin Schmedtje. „Das Zahlenwerk wirft allerdings noch einige Fragen auf.“

Auch im Kreis Plön (etwa 1,2 statt bis zu 2,8 Millionen Euro) sind längst noch nicht alle Zweifel beseitigt. „Ob dieses Angebot dazu führen kann, dass es zu einer veränderten Beschlussfassung des Plöner Kreistags kommt“, würden weitere Bewertungen des Landesvorstoßes zeigen, sagte Landrätin Stephanie Ladwig.

Für Klarheit soll auf Wunsch der Städte und Kreise die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft sorgen. Unter Regie der LVS, die den Bus- und Bahnverkehr in Schleswig-Holstein managt, soll eine Arbeitsgruppe bis Jahresende die SRB-Pläne durchrechnen und konkret beziffern, was die Stadtbahn die Region kostet. Für Januar ist der nächste SRB-Gipfel geplant, und zwar im Kieler Rathaus.

Frühstens dann steht die Gründung einer Planungsgesellschaft auf der Tagesordnung. Sie muss gleich mehrere Knoten durchschlagen, damit die SRB wirklich ins Rollen kommt und vielleicht ab 2019 fahren kann.

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