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Wirtschaft TV-Boom zum IFA-Start
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15:26 29.08.2012
Unter dem Berliner Funkturm dreht sich ab Mittwoch wieder alles um Fernseher, Stereoanlagen, Smartphones und Waschmaschinen - es ist IFA. Quelle: Stephanie Pilick

Damit koppelt sich Deutschland deutlich von der Entwicklung in vielen anderen Ländern ab, wo das Geschäft unter anderem von der Euro-Schuldenkrise belastet wird.

Vor allem den japanischen Branchenriesen ging es zuletzt schlecht: Absatzprobleme und der starke Yen stürzten sie tief in die roten Zahlen.

Bei der Funkausstellung dürfte aber das Schlaglicht auf neue Geräte die wirtschaftlichen Probleme in den Hintergrund drängen. In diesem Jahr stehen vor allem Smart TVs im Mittelpunkt - Fernseher mit Internet-Anschluss.

Sie ermöglichen die bequemere Verknüpfung von klassischem Fernsehen mit Online-Angeboten wie Sender-Mediatheken. Die Schwemme der Internet-Inhalte auf dem Wohnzimmer-Fernseher verändert bereits die Gewohnheiten der Nutzer - und dieser Trend könnte laut Experten zu einer regelrechten Revolution auswachsen.

Die IFA selbst hat die Grenzen des Wachstums in ihrer aktuellen Fläche erreicht. Die Zahl der Aussteller stagniert. Bisher hätten sich 1439 Unternehmen angemeldet, sagte Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin. 2011 kamen 1441 Aussteller auf das Gelände unter dem Funkturm. Die Ausstellungsfläche legte nur noch um 1,4 Prozent auf 142 200 Quadratmeter zu. Zum Jahr 2014 werde die Messe mit neuen Ausstellungsflächen mehr Platz haben, kündigte Göke an. Die IFA ist seit April ausgebucht.

Die IFA ist kurz vor dem Weihnachtsgeschäft eine wichtige Ordermesse. Im vergangenen Jahr wurden Aufträge für mehr als 3,7 Milliarden Euro in Berlin abgeschlossen. Für das Publikum hat die IFA vom 31. August bis zum 5. September geöffnet.

Weiteres Highlight der diesjährigen Messe ist die neue Bildschirmtechnik OLED, die für kontrastreichere und schärfere Bilder sorgen soll. So zeigen die südkoreanischen Hersteller Samsung und LG Electronics OLED-Fernseher mit einer Bildschirmdiagonale von 55 Zoll (knapp 140 cm). Bisher kamen solche Displays eher in kleineren Geräten wie Handys zum Einsatz, weil sie viel teurer waren.

Obwohl es inzwischen gelungen ist, die Kosten deutlich zu drücken, bedeutet OLED immer noch einen kräftigen Aufpreis: Das LG-Gerät soll rund 10 000 Euro kosten. Dafür sind die neuen Displays auch viel dünner, sie sind zum Teil nur noch vier Millimeter dick.

Die Smartphones und Tablet Computer rücken auch immer mehr auf die IFA-Stände vor. Zum einen sind Apps auf ihnen immer häufiger eine Alternative zur klassischen Fernbedienung. Zum anderen geht es um Lösungen, mit denen man Filme und Sendungen nahtlos auf mobilen Geräten weitersehen kann.

Die mehr als zehn Millionen verkauften TV-Geräte in Deutschland in diesem Jahr bedeuten einen drastischer Absatzsprung. Seit der Wiedervereinigung habe die Branche bislang im Schnitt rund 5 bis 6 Millionen Geräte pro Jahr abgesetzt, sagte Michael Schidlack, Bereichsleiter beim IT-Verband Bitkom.

Doch die steile Wachstumskurve dürfte sich nicht halten lassen, so die Marktbeobachter. Die Ausstattung der Haushalte mit modernen Flachbildfernsehern werde bis 2016 auf 98 Prozent steigen und damit auf einen gesättigten Markt hinsteuern. Den Austauschzyklus berechnen die Marktbeobachter mit 7,5 Jahren.

Mit einem jährlichen Umsatzvolumen von 6,3 Milliarden Euro steuern Flachbildfernseher rund die Hälfte des Umsatzes der klassischen Unterhaltungselektronik bei. Mit den klassischen Produkten könnten allerdings seit 2009 keine Umsatzzuwächse mehr gemacht werden. Die Marktbeobachter von EITO erwarten in diesem Jahr in Deutschland einen Umsatz von 12,9 Milliarden Euro und damit eine Steigerung um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die deutsche Hausgeräte-Industrie betonte zum IFA-Start, dass sie keine Angst vor wachsender Konkurrenz aus Asien habe. "Wir haben starke und innovationskräftige Unternehmen, die sich nicht verstecken brauchen", sagte Branchensprecher und Miele-Chef Reinhard Zinkann. "Wer den Wettbewerb aber unterschätzt, macht schwere Fehler."

Die Hausgerätehersteller wollen in diesem Jahr ein Umsatzplus von drei Prozent einfahren. Es wäre das fünfte Wachstumsjahr in Folge. Eine Prognose zur Preisentwicklung wollte Zinkann nicht abgeben. Die Energiekosten seien jedoch auf sehr hohem Niveau.

dpa

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