Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Wirtschaft ThyssenKrupp droht auf Brasilien-Werk sitzenzubleiben
Nachrichten Wirtschaft ThyssenKrupp droht auf Brasilien-Werk sitzenzubleiben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:15 13.08.2013
Gewitterwolken über der Firmenzentrale: Das Stahlgeschäft in Übersee hatte sich für den Konzern zum Milliardengrab entwickelt. Quelle: Federico Gambarini
Essen/New York

Derzeit werde mit dem brasilianischen Stahlunternehmen CSN über eine Variante gesprochen, die nur den Verkauf des Weiterverarbeitungswerkes im US-Bundesstaat Alabama vorsehe, schrieb das Blatt. Für dieses Werk könnte CSN eine Summe von 1,5 Milliarden US-Dollar zahlen und sich zugleich verpflichten, jährlich mehrere Millionen Tonnen Stahl aus dem brasilianischen Stahlwerk abzunehmen.

Ein Konzernsprecher von ThyssenKrupp wollte den Bericht nicht kommentieren und wiederholte frühere Aussagen, wonach eine "zeitnahe" Einigung in den Verhandlungen angestrebt werde. Mit einem führenden Anbieter befinde man sich in fortgeschrittenen Verhandlungen, betonte der Sprecher.

Am späteren Nachmittag wollte der Industriekonzern die Geschäftszahlen zum dritten Quartal vorlegen. Mit besonderer Spannung werden dabei Aussagen des Vorstands zum Stand der schleppenden Verkaufsverhandlungen in Brasilien und den USA sowie zu einer möglicherweise bevorstehenden Kapitalerhöhung erwartet.

Für ThyssenKrupp haben sich die erst 2010 in Betrieb genommenen Stahlwerke zu einem Milliardengrab entwickelt. Die Anlagen, für die das Unternehmen 12 Milliarden Euro ausgegeben hat, stehen derzeit nur noch mit 3,4 Milliarden Euro in den Büchern. Hierdurch wurde das Eigenkapital von ThyssenKrupp stark angegriffen, so dass der Vorstand über eine Kapitalerhöhung nachdenkt. Diese könnte nach Einschätzung von Kennern aber erst dann akut werden, wenn der geplante Verkauf der Stahlwerke in Übersee perfekt ist.

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hatte im Sender n-TV die anhaltenden Diskussionen um ThyssenKrupp als "Schwarzmalerei" bezeichnet. Es seien Fehlinvestitionen gelaufen in dem Unternehmen und es habe kartellrechtliche Problemsituationen gegeben. "Aber alles in allem ist das ein guter, ein gesunder Konzern". Die NRW-Regierung habe hohes Interesse daran, dass ThyssenKrupp bestehen bleibe.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Weitere Kursänderung bei Microsofts neuer Spielekonsole Xbox One? Offensichtlich plant das Unternehmen auch seine zuvor erklärte Kinect-Pflicht für die Konsole fallenzulassen.

13.08.2013

Zur Sanierung der Landesstraßen in Schleswig-Holstein verlangt die CDU-Landtagsfraktion ein Sofortprogramm im Volumen von 60 Millionen Euro. Die CDU begründete ihre Initiative am Dienstag mit dem desolaten Zustandes vieler Straßen.

13.08.2013

Die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) bleibt auch im zweiten Jahresviertel auf Kurs. Dank eines weiter wachsenden Neugeschäfts verdiente die Deutsche Pfandbriefbank (Pbb), in der das Kerngeschäft der HRE gebündelt ist, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vor Steuern eine Millionen Euro mehr und verbuchte einen Gewinn von 31 Millionen Euro.

13.08.2013
Anzeige