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Wirtschaft Die Nervosität wird immer größer
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20:41 11.02.2019
Von Ulrich Metschies
Heute schon Sitz der Toshiba Rail Europe GmbH: Standort Diedrichstarße in Kiel. Quelle: fpr: Frank Peter
Kiel

 Von einer Entscheidung zugunsten Kiels und zuungunsten Rostocks könne keine Rede sein, hieß es. Stimmt: Offiziell ist noch gar nichts entschieden. Fakt ist nach Recherche von KN-online aber auch: Ein Szenario, das Rostock als Fertigungszentrum und Kiel als reinen Entwicklungsstandort für das Toshiba-Projekt vorsieht, ist deutlich weniger wahrscheinlich, als mit der Bahn pünktlich ans Ziel zu kommen. 

Offiziell halten sich alle Beteiligten bedeckt

Auf die Frage, wie der Bau von zunächst 100 Speicher-Hybrid-Lokomotiven für die Bahn-Tochter DB Cargo auf die konkurrierenden Standorte Rostock und Kiel aufgeteilt werden soll, halten sich Auftraggeber und Wirtschaftsministerium in Schwerin gleichermaßen bedeckt: „Toshiba und die DB Cargo haben sich die Bekanntgabe relevanter Entscheidungen selbst vorbehalten“, gibt Staatssekretär Stefan Rudolph (CDU) zu Protokoll. 

Fest steht: Der Kuchen wird geteilt

Die in Rostock erscheinende „Ostsee-Zeitung“ hatte am Wochenende unter Berufung auf „Bahnkreise“ geschrieben, der größte Teil des Auftrags werde an die Warnow gehen. Und den Chef des Wirtschaftsförderers Rostock Business, Christian Weiß, zitiert die Zeitung mit den Worten: „Beide Städte bekommen von dem Kuchen etwas ab.“ Aber Kiel werde „definitiv nicht der Haupt-Produktionsstandort sein“. 

Bahn macht Druck zugunsten Rostocks

Doch das könnte am Ende Wunschdenken sein. Nach Informationen dieser Zeitung macht die Bahn zwar massiv Druck auf Toshiba, die Montage der Loks nach Rostock zu vergeben, um die Auslastung ihres Ausbesserungswerkes im Ortsteil Krummendorf zu sichern. Doch selbst, wenn es so käme, würde damit höchstens ein Viertel der Wertschöpfung nach Mecklenburg-Vorpommern gehen. Der Schwerpunkt der Komponentenfertigung soll in Kiel erfolgen. Und das würde auch Sinn ergeben, denn im Ringen um den Auftrag kann Rostock zwar mit jeder Menge Platz punkten, doch beim entscheidenden Punkt Fachkräfte hätte der traditionsreiche Lokbaustandort Kiel ganz klar die Nase vorn.

Kämpfer bleibt optimistisch für Kiel

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) zeigt sich weiter optimistisch, „möglichst viel Wertschöpfung“ nach Kiel holen zu können. Geplant ist, Toshiba im ehemaligen Lokwerk von Vossloh in Friedrichsort anzusiedeln. Hier wollen die Japaner auch ein Netzwerk von Zulieferern etablieren.

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