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Wirtschaft US-Computerpionier: Software des Körpers ist veraltet
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15:40 05.09.2012
Der amerikanische Computerpionier Ray Kurzweil (r) und Barry Ptolemy (l) nehmen für Filmaufnahmen zum Film «Transcendent Man» an einem «Zero-Gravity» Parabelflug teil. Quelle: Ptolomaic Productions

Zum Abschluss der Technik-Messe IFA sagte Kurzweil am Mittwoch auf einer Veranstaltung des Software-Konzerns Microsoft in Berlin: "Diese Prognosen scheinen unglaublich - aber das haben die Leute auch gesagt, als ich in den 1980er Jahren ein weltweites Netz von Informationen vorhergesagt habe."

"Wir sind dabei, die Software des Lebens neu zu programmieren", sagte der 64-jährige Wissenschaftler, der bahnbrechende Techniken zur elektronischen Musik, zur Sprachsynthese und zur optischen Texterkennung entwickelt hat. Biologie, Medizin und Gesundheitswesen seien dabei, zu einem Teil der Informationstechnik zu werden. "Ich laufe mit einer veralteten Software in meinem Körper herum", sagte Kurzweil. Unser Immunsystem sei großartig, könne aber zum Beispiel keine Krebszellen erkennen. Eines Tages werde es möglich sein, dies mit Software zu ändern oder bestimme Gene ein- und auszuschalten. Die Intelligenz von Smartphones werde dann nur noch die Größe einer Blutzelle haben. "Dann können wir auch unser Gehirn ins Internet bringen."

Überzeugt zeigte sich Kurzweil auch von der Zukunft von 3D-Druckern - hiermit können bislang dreidimensionale Objekte aus Werkstoffen wie Kunstharz oder Metall erzeugt werden. "Das wird die Produktion von physischen Dingen revolutionieren", sagte der Wissenschaftler voraus. Seine Prognosen baut er auf dem Studium exponentieller Entwicklungen auf, etwa zur Vervielfachung der Rechenleistung auf immer kleinerem Raum oder zur Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung. Solche exponentielle Entwicklungen seien auch nicht von historischen Einbrüchen wie Kriegen oder Wirtschaftskrisen gestoppt worden.

Die Menschheit sei bereits auf dem Weg, biologische und nichtbiologische Intelligenz miteinander zu verschmelzen, sagte Kurzweil. So seien die Menschen schon verstört, wenn sie einen Tag auf die Wikipedia verzichten müssten - wie im Januar dieses Jahres bei Protesten gegen eine Verschärfung des Urheberrechts in den USA. Und "Maschinen werden mehr, wie wir sind". Dazu gehöre das Verständnis natürlicher Sprache oder das Erkennen von Gesten.

Als Beispiel für die Entwicklung von Gestensteuerung auf Oberflächen jeder Art stellte der Microsoft-Forscher Christopher Bishop die Technik OmniTouch vor, die eine tragbare Tiefensensorkamera mit einem Projektor verbindet. Der Nutzer kann mit Formen und Bildern interagieren, die auf die Wand, die Handfläche, oder auf einen Notizblock projiziert werden.

Microsoft spricht von einer "PC Plus Ära": Der PC verschwinde nicht, verbinde sich aber mit einer Vielzahl von mobilen Geräten, die über alle Eingabemöglichkeiten hinweg intuitiv genutzt werden könnten, sagte Peter Jäger, der in der Microsoft-Geschäftsführung für Forschungs- und Entwicklungsfragen zuständig ist. "Das Endgerät wird zum Einstiegsgerät in unsere digitale Identität und Produktivität."

dpa

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