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Über 100 Flüge gestrichen

Lufthansa-Streik in Hamburg Über 100 Flüge gestrichen

Der flächendeckende Streik der Lufthansa-Flugbegleiter hat am Freitag auch den Hamburger Flughafen mit voller Wucht getroffen und für zahlreiche Flugausfälle gesorgt.

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Auch in Hamburg fielen viele Flüge aus.

Quelle: Peter Kneffel

Hamburg. "Wir mussten mehr als zwei Drittel aller Flüge in Hamburg streichen", sagte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber. Weniger als ein Drittel der rund 180 Starts und Landungen in Fuhlsbüttel konnten abgewickelt werden.

Nach Angaben der Lufthansa wurden alle Gäste frühzeitig auf die Ausfälle hingewiesen. Längere Schlangen vor den Lufthansa-Schaltern in Hamburg gab es am Morgen nach Angaben von Weber nur, weil drei eigentlich eingeplante Flüge nach London, Zürich und Palma de Mallorca dann doch noch streikbedingt kurzfristig abgesagt werden mussten. Betroffen waren demnach rund 160 Passagiere. Daraufhin habe man sich auch für die Streichung von vier weiteren auf dem Notfallflugplan vorgesehen Flügen entschieden, um weitere böse Überraschungen für die Passagiere zu vermeiden.

"Im Vergleich zu den anderen Streiktagen war die Situation flächendeckend entspannt. Die Leute waren wesentlich besser informiert", sagte Weber. Er rechnete damit, dass bereits am Sonnabend der Flugplan wieder weitestgehend eingehalten werden könne. Auch ein Flughafensprecher beschrieb die Situation in Fuhlsbüttel als entspannt. Der Airport hatte sich mit mehr Info-Personal auf den Streik eingestellt.

Eine positive Bilanz des Streiks zogen Vertreter der Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter (Ufo) am Morgen auf dem Hamburger Flughafen. "Wir sind mit dem aktuellen Streikverlauf sehr zufrieden. Die Streikbereitschaft ist gestiegen. Die Mitarbeiter sind motiviert, sagte Ufo-Gewerkschafter Timo Szameitat. Rund 100 streikende Flugbegleiter in gelben Warnwesten hatten mit Plakaten vor dem Parkhaus am Flughafen demonstriert.

Der Streikaufruf für den gesamten Freitag ging an rund 18 000 Beschäftigte der Kabine an den Lufthansa-Standorten Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Stuttgart. Selbst die Pilotenstreiks aus den Jahren 2001 und 2010 hatten nicht eine derart durchschlagende Wirkung.

"Es ist ein bitterer Tag, wenn über 1000 Flüge gestrichen werden müssen", sagte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther am Freitag in Frankfurt. Etwa 55 000 bis 60 000 Passagiere habe die Lufthansa vorab per SMS und E-Mail erreichen und ihnen Alternativen anbieten können. Unterdessen keimte Hoffnung auf eine Lösung des Tarifkonflikts. Bereits am Freitag sollte es erste Sondierungsgespräche geben, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Ufo in Frankfurt.

Der erwartete Ansturm von Passagieren auf die Bahn blieb aus. "Alles wie an einem ganz normalen Freitag", stellte eine Bahnsprecherin am Nachmittag in der Hansestadt fest. Auch bei den Autovermietungen kein Riesenandrang: "Einen sprunghaften Anstieg können wir nicht verzeichnen, es gibt nur minimal mehr Nachfrage", sagte eine Sprecherin in der Europcar-Zentrale in Hamburg. Zwar gebe es mehr Nachfrage von Fluggästen, die gestrandet seien. Diese halte sich jedoch die Waage mit Kunden, die wegen der Flugausfälle bereits reservierte Fahrzeuge wieder abbestellten.

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