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Wirtschaft Umzugspläne sorgen für Ärger
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08:36 14.09.2012
Von Boris Geißler
Die Umzugspläne für die IT-Abteilung sorgen für Ärger am UKSH. Quelle: fpr

Da die Arbeit der IT-Profis trotz ihrer überschaubaren Anzahl eine gewaltige Wirkung hat und das UKSH am Tropf ihres EDV-Expertenwissens hängt, wird um die Modalitäten des Umzugs seit Monaten hart verhandelt.

Das Rechenzentrum in Kiel soll laut Vorstandsbeschluss dem „Multifunktionszentrum“ am Campus Lübeck zugeschlagen werden, in Kiel bleiben nur 14 IT-Mitarbeiter, zwei von ihnen zur Systemwartung. Bisherige UKSH-Mitarbeiter hatten sich zu großen Teilen darauf verlassen, an der Förde zu bleiben, so eine Mitarbeiterin, „haben hier ihr Häuschen, ihre Kinder gehen in Kieler Schulen, pflegen hier soziale Kontakte“. Der Umzug nach Lübeck sei da ein harter Einschnitt, deshalb verhandelten UKSH-Personalrat und Vamed-Betriebsrat seit Monaten über Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, um die Folgen abzumildern.

Dabei sei den IT-Leuten klar gewesen, heißt es, dass sich für sie etwas ändern würde, doch jetzt kommt auch der enge Zeitrahmen dazu: Denn bis 2015, quasi dem Schicksalsjahr des UKSH, in dem sich die Zukunft des Klinikums nach Auslaufen der Betriebsvereinbarung neu entscheiden soll, kann sich sehr viel tun, auch in der Standortfrage, was die Bereitschaft der IT-Experten zu Wohn- und Arbeitsplatzwechsel nicht eben erhöht.

Die IT ist (wie andere Arbeitsbereiche des UKSH) im Dezember 2009 in zwei Servicegesellschaften überführt worden, die je zu 49 Prozent der zu Fresenius gehörenden Vamed AG und zu 51 Prozent dem UKSH gehören: Die UKSH-Gesellschaft für Informationstechnologie und die UKSH-Gesellschaft für IT Services sowie die Stabsstelle IT.

Das UKSH kommentiert die Verlagerung dünnlippig: „Im Zuge der Errichtung des zentralen Verwaltungszentrums des UKSH in Lübeck ist es selbstverständlich, dass Arbeitsbereiche zusammengeführt werden und teilweise auch Kieler Mitarbeiter hier ihre Arbeitsplätze erhalten.“ Von weiteren Anfragen zu internen Personalangelegenheiten bitte man, so lässt UKSH-Sprecher Oliver Grieve ausrichten, abzusehen.

„Wenn hochqualifizierte Mitarbeiter sagen: Wir machen das nicht mit, hat das UKSH ein Problem“, erklärt ein Insider, und da handele es sich nicht um Bezieher unterer Gehälter, sondern um Mitarbeiter am oberen Ende der Tarifstufen, zum Teil darüber. Denn während die Stabsstelle IT die Gesellschaft für IT überwacht und IT-Projekte koordiniert sowie strategische IT-Entscheidungen fällt, geht es bei der Gesellschaft für Informationstechnologie um das Alltagsgeschäft, um den Regelbetrieb, um die Ressourcen für IT-Projekte. Sie behebt Störungen, betreut PC-Arbeitsplätze, Netzwerke, Rechenzentren und zentrale Systeme und erneuert Hardwareteile.

Pikanterie am Rande: Die Leitung sowohl der kontrollierenden Stabsstelle als auch der kontrollierten Gesellschaft liegt in einer Hand. Die Führungskraft hatte bereits Mitte 2012 in Rente gehen wollen, sich aber entschieden, den Umzug noch zu begleiten. Auch da, so der Insider, gebe es noch Gesprächsbedarf: „Das war damals so die Basta-Politik des Vorstands.“

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