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Wirtschaft Schwere Vorwürfe gegen Vodafone
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07:00 27.06.2018
Von Jan von Schmidt-Phiseldeck
Das Vodafone-Logo steht vor der Vodafone-Deutschland-Zentrale. Quelle: Federico Gambarini
Kiel

Nach Angaben von Verbraucherschützer Boris Wita seien speziell Migranten, die kaum Deutsch verstünden, von „untergeschobenen Verträgen dubioser Callcenter betroffen“, sagt der Jurist. Vodafone wiegelt auf Anfrage ab: „Es gab und gibt keine Kampagne, die sich speziell an Migranten richtet. Auch nach Beschwerden konnten alle zweifelhaften Fälle zur Zufriedenheit der Kunden geklärt werden“, sagt Sprecher Volker Petendorf. Zumindest letzteres bestätigt Verbraucherschützer Wita: „Vodafone ist in dieser Hinsicht nicht auffällig und hat die untergeschobenen Verträge sofort eingestampft.“

Zusatzkosten von bis zu 30 Euro im Monat

Er gehe aber davon aus, dass „externe Vertriebler“ ohne das Wissen des Konzerns gehandelt und speziell Kunden mit schwachen Deutschkenntnissen angesprochen hätten, die bereits seit einigen Monaten einen Telefon- und Internetvertrag bei Vodafone abgeschlossen hatten. Einige erhielten demnach ohne Einwilligung einen Empfänger für Kabelfernsehen oder auch Zusatzleistungen wie HD-Fernsehen – immer verbunden mit zusätzlichen Kosten bis zu 30 Euro monatlich. „Da wurde auf bestehende Verträge draufgesattelt, um höhere Provisionen zu kassieren. Das ist Betrug“, sagt Wita.

Vodafone will zukunftssichere Anschlüsse vermarkten

Wer auf untergeschobene Verträge von Telekommunikationsanbietern hereinfalle, könne neben dem generell geltenden Widerrufsrecht innerhalb von 14 Tagen auch beispielsweise über die Verbraucherzentralen Verträge wegen arglistiger Täuschung anfechten. Von Arglist will Vodafone-Sprecher Petendorf keinesfalls sprechen: „Wir arbeiten nur mit seriösen Firmen. Unser Ziel ist es, unsere DSL- und Telefonkunden, die einem telefonischen Kontakt zugestimmt haben, die Vorteile des wesentlich schnelleren Glasfasernetzes zu benennen – und dazu gehört eben auch neue Receiver-Technik.“ Dies sei eine „Win-win-Situation“ für alle: „Die Kunden erhalten einen zukunftssicheren Anschluss, wir sparen die Anschlussgebühr für die Telekom, von der wir die DSL-Leitung mieten.“ Zudem gelte: Nur wer explizit einer Vertragsänderung zustimme, werde umgestellt.

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