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Wirtschaft Unwetterschäden werden immer teurer
Nachrichten Wirtschaft Unwetterschäden werden immer teurer
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10:16 22.09.2018
Von Ulrich Metschies
Schäden durch Starkregen und Überschwemmungen sind im Einzelfall oft sehr viel höher als Sturmschäden. Mehr Details in der Karte im Artikel. Quelle: Carto.com/Kieler Nachrichten
Kiel

Hier lagen im Zeitraum 2002 bis 2016 die durchschnittlichen Schäden pro Gebäude bei insgesamt 2372 Euro – bezogen auf alle Wohngebäude im Kreis. Das geht aus einer Langfristbilanz hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) veröffentlicht hat.

Schadenshöhe im Bundesschnitt: 1600 Euro

Danach verursachten Unwetter im Bundesdurchschnitt Gebäudeschäden in Höhe von 1600 Euro. Dieser Wert dürfte sich durch die Folgen des Klimawandels künftig noch erhöhen: „Generell beobachten wir, dass extreme Wetterereignisse in Deutschland in immer kürzeren Abständen auftreten“, sagte eine GDV-Sprecherin.

Auf Rang zwei und drei im Norden liegen die Kreise Schleswig-Flensburg und Dithmarschen mit einem Durchschnittsschaden von 2200 Euro beziehungsweise 2100 Euro. Am glimpflichsten kamen in Schleswig-Holstein die Einwohner im Kreis Pinneberg davon. Dort beträgt der Schaden im Schnitt rund 700 Euro.

Interaktive Karte: Versicherungsschäden durch Unwetter in Schleswig-Holstein

* Schadenshäufigkeit und Schaden bezieht sich auf den Jahresdurchschnitt der letzten 15 Jahre

** Elementarschäden beinhalten Überschwemmungen und Starkregen, Erdgefahren und Schneedruck.

*** Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.

Elementarschutz wird immer wichtiger

Das erscheint fast als Peanuts – verglichen mit dem, was vor allem Überschwemmungen im Süden der Republik anrichten. Die bundesweit am schlimmsten betroffenen Gebiete liegen in Bayern. Besonders getroffen wurde der Landkreis Deggendorf, in dem Naturkatastrophen von 2002 bis 2016 Schäden an Gebäuden von durchschnittlich 13 800 Euro anrichteten.

Nach jüngsten Zahlen der Provinzial werden die Unwetterschäden im Durchschnitt immer teurer. So verzeichnet die Provinzial Nord Brandkasse für 2016 rund 9000 Schäden mit einer Gesamtsumme von 7,7 Millionen Euro und damit eine durchschnittliche Rechnung pro Schaden von gut 850 Euro. Für das laufende Jahr meldet der Versicherer bis Ende August bereits 10 100 Schäden, die mit insgesamt 11,1 Millionen Euro zu Buche schlugen – im Schnitt pro Schaden somit gut 1100 Euro.

„Die Zahlen belegen, wie verheerend Naturgewalten sein können“, sagte GDV-Präsident Wolfgang Weiler. Doch längst nicht alle Gebäude seien gegen sämtliche Gefahren abgesichert. Während Hagel oder Sturm fast immer abgedeckt seien, fehle bei den meisten der Schutz vor Elementarrisiken wie Starkregen, Hochwasser, Erdrutsch oder Schneedruck. Lediglich 23 Prozent der Häuser in Schleswig-Holstein hätten den dafür nötigen erweiterten Naturgefahrenschutz.

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